Der Osterhase nervt uns

Sprechblase Nr. 230. Warum Learning on Demand enttäuscht.

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Zugegeben: Warten ist öd. Insofern muss man dem Osterhasen den Vorwurf machen, dass er uns die gesamte Fastenzeit lang warten lässt. Umgekehrt: Es dauert eben, bis alle Ostereier sorgfältig gefärbt sind.

Ein Glück, dass wir in digitalen Zeiten leben, in denen es vieles auf Knopfdruck gibt: Videos, Bücher, TV, E-Mobilität, Dates, ja sogar den Doctor on demand gibt es. Theoretisch auch Learning on demand: Wissen dann erwerben, wenn es gebraucht wird. Das funktioniert in vielen Fällen auch.

Doch wer fachliche Tiefe will, wird on demand nur bedingt glücklich: Lernprozesse dauern eben. Und wer den großen Überblick haben will, wird on demand auch nicht weit schauen können – ohne Wissen auf Vorrat wird es nicht gehen.

Also lernen wir: Wer nicht warten kann/will, der kann/darf sich auch nicht viel erwarten. Auch nicht vom Osterhasen.

 

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

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