Nur nicht zu viel verraten

Sprechblase Nr. 248. Warum Interoperabilität die neue Kooperation ist.

Clemens Fabry

Die Computermenschen haben derzeit bei allem die Nase vorn: bei Technologie und Algorithmus, beim Gehalt sowieso. Und bei der Sprache, wie immer neue Begriffskreationen zeigen. Da bei Technologie, Algorithmus und Gehalt andere Berufsgruppen kaum nachkommen, ist es einfacher, die Sprache raubzukopieren. Das derzeit beliebteste Beutestück ist – Achtung, Sprechblase – Interoperabilität.

Weil: Zusammenarbeit klingt noch öder als Kooperation. Und dass Menschen kompatibel sein sollen, ist selbst Profi-Businesssprech-Sprechern zu kühl. Also: Interoperabilität, nahtlos zusammenarbeiten, Informationen effizient austauschen.

Eines übersehen Interoperabilitätsfans: Schnittstellen (Interfaces, wie die Computermenschen sagen) müssen offengelegt werden. Ui, von Transparenz hat keiner gesprochen (da müsste man offen zueinander sein). Nur von Interoperabilität.

 

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.06.2018)

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