Ist der Urlaub wohlverdient?

Sprechblase Nr. 249. Warum „eingeschränkter Zugriff“ sehr viel aussagt.

Clemens Fabry

Wie lang dauert der maximal erholsame Urlaub? Zwischen elf und 14 Tagen, sagen Experten – zu kurz, sagen viele Urlauber. Uneinigkeit auch über das Thema Nachrichtenlesen im Urlaub: Die einen hindert der ständige Kontrollblick am Entspannen, die anderen beruhigen nur laufende Meldungen, die Welt stehe noch.

So hilfreich elektronische Abwesenheitsassistenten, so interessant sind die darin gewählten Formulierungen: Nachrichten weder heute noch nach der Rückkehr zu lesen oder aber umgehend zu antworten. Oder – Achtung, Sprechblase – auf den aktuell „eingeschränkten Zugriff“ auf Mails zu verweisen.

Das ist eine Möglichkeit zu sagen: „Natürlich schaue ich permanent, aber ich antworte nur Menschen, die mir wichtig sind.“
Könnte nicht auch reichen: „Ich befinde mich im Urlaub“? Ob man „wohlverdient“ dazuschreibt, muss man sich halt überlegen.

 

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.06.2018)

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