Respekt vor den Opfern

Sprechblase Nr. 272. Warum wir lieber nicht von „Tsunami“ sprechen sollten.

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Manchmal entsteht das Bedürfnis, die ganz starken Begriffe verwenden zu müssen. Um zu zeigen, wie viel zu tun ist. Wie hoch der Druck ist. Wie hoch die Anspannung ist.

Und dann tun wir so, als ob das, was wir an Arbeit zu bewältigen haben, wie eine Naturkatastrophe über uns hereinbricht. Als „Lawine“. Als „Flut“. Oder als – Achtung, Sprechblase – ein „Tsunami“. Die Digitalisierung zum Beispiel. Oder die Globalisierung. So als hätten wir nichts zu dieser Situtation beigetragen. So als könnten wir überhaupt nichts dagegen tun. Vor den Todesopfern von echten Naturkatastrophen ist das wohl respektlos.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

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