Kinderzeitung

Silbertanne, Esche oder Karuba

Ski fahren kann (fast) jedes Kind – doch wie werden die zwei Brettln eigentlich hergestellt? Wir haben nachgefragt.

Freeride-Profi Sascha Schmid zeigt spektakuläre Sprünge.
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Freeride-Profi Sascha Schmid zeigt spektakuläre Sprünge.
Freeride-Profi Sascha Schmid zeigt spektakuläre Sprünge. – (c) Kästle Ski, Markus Zimmermann

Warst du in den Weihnachtsferien Ski fahren? Vielleicht hast du dich ja schon einmal gefragt, woraus so ein Ski besteht und wie er produziert wird. Wir haben jemanden gefragt, der es wissen muss: Philipp Giselbrecht arbeitet für Kästle, den einzigen Skihersteller, der seine Skier ausschließlich in Österreich herstellt.

Woraus besteht ein Ski? Wie wird er produziert?

Philipp Giselbrecht: Ein Kästle-Ski besteht aus bis zu 35 Einzelteilen, die in Handarbeit in eine Form eingelegt werden, ehe der Ski unter Druck und Hitze verpresst wird. In jedem Kästle-Ski steckt nur das Beste: ein Holzkern, den wir auf einen Zehntelmillimeter genau produzieren. Damit steuern wir Gewicht, Dynamik und Dämpfungseigenschaften des Skis und machen ihn hochwertig und langlebig.

Wer entscheidet, wie ein Ski entsteht? Gibt es Tester?

Wir beobachten den Markt und Trends, wir sprechen mit unseren Händlern und Athleten und schreiben dann Vorgaben in einem Pflichtenheft zusammen, welches der Entwicklungsabteilung übergeben wird. Diese versucht dann, alle Wünsche vom Produktmanagement technisch umzusetzen. Im Anschluss werden Prototypen gebaut und von Kästle-Mitarbeitern und Athleten ausgiebig getestet, ehe der Ski in Serie produziert wird. Von der ersten Idee bis zum fertigen Ski in der Serie können schon zwei Jahre vergehen.

Worauf ist bei guten Skiern zu achten?

Hochwertige Skier haben einen Vollholzkern und werden in einer Sandwichbauweise mit Titanal-/Karbon- und Glasfaserschichten gebaut. Sie haben einen Grafit-Sinter-Belag. Dieser schwarze Belag hat beste Gleiteigenschaften und eine hervorragende Wachsaufnahme.

Es gibt verschiedene Skiarten. Wie unterscheiden sie sich?

Freeride-Skier sind breiter und an der Skispitze und am -ende etwas aufgebogen, um möglichst viel Auftrieb zu haben und über den Tiefschnee gleiten zu können. Für den Holzkern verwenden wir Silbertanne und Buchenholz. Rennskier sind tailliert, wendig und sportlich abgestimmt – für den Holzkern verwenden wir Eschenholz, das macht den Ski besonders spritzig. Und Tourenskier sind besonders leicht konstruiert. Für den Holzkern verwenden wir leichtes Karubaholz und verstärken den Ski mit hochwertigem Karbon, damit er an Stabilität gewinnt.

Euer Skiteam besteht aus lauter Freeridern. Wieso habt ihr keine Rennläufer?

Freeriden ist die ursprünglichste Art des Skifahrens. Lorraine Huber aus Lech wurde 2017 auf Kästle-Skiern Freeride-Weltmeisterin. Im alpinen Rennlauf ist Kästle nicht mehr vertreten, der Aufwand würde für uns in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen.

Wusstest du schon, dass . . .

. . . die ersten Paar Kästle-Ski 1924 in Hohenems produziert wurden? Ihre Hochblüte erlebte die Marke mit Rennläufern wie Toni Sailer in den 1950er- und Pirmin Zurbriggen in den 1980er-Jahren. Seit 2007 spezialisiert sich Kästle aufs Freeriden.


[O2F11]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.01.2018)

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