Am Strand statt in der Schule

Aus dem Mathematikbuch rieselt noch der Sand heraus. Im Herbst und Winter war ich nämlich mit meiner Familie auf Weltreise.

Weltenbummlerin Alva vor einem Tempel in Bangkok.
Weltenbummlerin Alva vor einem Tempel in Bangkok.
Weltenbummlerin Alva vor einem Tempel in Bangkok. – (c) Alva

Ich habe meine Schulbücher mitgenommen, und meine Eltern haben versucht, mich zu unterrichten. Jetzt bin ich froh, wieder eine ausgebildete Lehrerin zu haben. Es hat nämlich zu Zusammenbrüchen von mir geführt, und einmal habe ich sogar herumgebrüllt: „Mein Mathematiklehrer steht in der Dusche, und wir haben nicht einmal Internet, dass Mama nachschauen kann, wie man das ordentlich rechnet!“ Aber es war trotzdem sehr, sehr schön. Ich war sogar einen Tag zu Besuch in der Schule, in die Barack Obama gegangen ist, der frühere Präsident von Amerika. Die Punahoe-Schule ist auf Hawaii und hat einen riesigen Campus mit Tennisplätzen. Das Beste ist: Man kann nach dem Unterricht surfen gehen.

Das größte Lebewesen der Welt. Unsere erste Station auf der Reise war im September in Thailand. Dort haben wir in Bangkok Freunde besucht, die einen Pool hatten. Das war sehr gut: Erstens ist Bangkok die heißeste Stadt der Welt und nach einem ganzen Tag auf Märkten, in Palästen und Tempelanlagen war eine Abkühlung gut. Zweitens habe ich meiner kleinen Schwester dort schwimmen beigebracht. Das war wichtig, weil wir viel am Meer waren. Wir waren dann sogar mitten auf dem Ozean schnorcheln: dem Great Barrier Reef in Australien. Das ist nicht nur ein Riesenkorallenriff, es ist auch das größte Lebewesen der Welt. Manche Fische dort waren auch größer als meine Schwester, aber sie ist sehr mutig für eine Fünfjährige.

Nach Thailand, wo wir auch im Regenwald und auf der Insel Krabi waren, sind wir nach Bali geflogen, wo wir nur drei Wochen bleiben wollten. Aber dort drohte ein Vulkan auszubrechen, das war richtig gefährlich. Dafür waren wir dann länger in Australien, meinem Lieblingsland. Hier habe ich auch surfen gelernt. In zwei Monaten sind wir dort die ganze Ostküste entlanggefahren, über 7000 Kilometer!

Es war aber trotzdem gut, weil wir ganz viel unternommen haben, wir waren auf einigen Inseln und haben sehr interessante Menschen kennengelernt. Zum Beispiel Leute, die auf einem Segelboot wohnen oder auch in einer Hütte in der Wildnis, wo man nur mit einem Boot hinkommt. Das ist ganz schön gefährlich, weil es in Australien so viele giftige Tiere gibt: Spinnen, Schlangen, Haie und Krokodile und sogar Quallen und Muscheln, die tödlich sind. Beim Muschelsammeln am Strand muss man daher immer aufpassen.

In Hawaii war ich mit Papa surfen, und ich habe jeden Tag Sushi gegessen, mein Lieblingsessen. Mein Papa musste von unterwegs arbeiten, aber es war besser als in Wien. Wir haben dann eine Arbeitsstation gehabt: Mein Papa am Computer, ich mit meinen Schulsachen, und meine kleine Schwester hat daneben gezeichnet.

Tauchen in der Tropfsteinhöhle. Die letzten Stationen waren Mexiko und Cuba. In Mexiko haben wir einmal einen Ausflug in einen Zenote unternommen! Das ist eine Tropfsteinhöhle mit glasklarem Wasser, in der man schwimmen und tauchen kann.

Schon am zweiten Tag unserer Reise, in Bangkok, sind wir in einem buddhistischen Tempel von einem Mönch gesegnet worden, er hat uns ein weißes Bändchen gegeben. Das hat vielleicht geholfen: Bis auf ein paar aufgeschlagene Knie (meiner Schwester) hatten wir keine Unfälle und waren immer gesund. Und auch die giftigen Tiere haben uns nicht gebissen.

Am Anfang habe ich nicht verstanden, warum meine Eltern eine ganze Weltreise machen wollten und so lang weg sein wollten von zu Hause, doch jetzt würde ich am liebsten einfach immer weiterreisen.

Wusstest du schon, dass...

. . . du, wenn du eine Weltreise machst und dabei von Australien nach Hawaii fliegst, früher ankommst, als du weggeflogen bist? Du erlebst also einen Tag doppelt, weil du bei diesem Flug über die Datumsgrenze fliegst.


[O7KOR]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.02.2018)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Am Strand statt in der Schule

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.