Wieso das Meer versalzen ist

Vor allem Flüsse haben über unheimlich lange Zeit Salz in die Meere gebracht. Aber sind die Meere auch alle gleich salzig?

Im Schnitt sind in einem Liter Meerwasser 35 Gramm Salz gelöst, das meiste davon ist „richtiges“ Kochsalz.
Im Schnitt sind in einem Liter Meerwasser 35 Gramm Salz gelöst, das meiste davon ist „richtiges“ Kochsalz.
Im Schnitt sind in einem Liter Meerwasser 35 Gramm Salz gelöst, das meiste davon ist „richtiges“ Kochsalz. – (c) Clemens Fabry

„Wäh!“ – Du kennst das wohl: Irgendwann warst Du zum ersten Mal am Meer, vielleicht am Mittelmeer. Du bist ins herrliche blaue Wasser gerannt, irgendwann schwappte es Dir in den Mund. Grausig versalzen hat es geschmeckt! In einem See in Österreich würde das nicht passieren, dort ist sogenanntes Süßwasser drin.

Fast alles Wasser aber ist im Meer, beinahe 97 Prozent (%). Und Meerwasser ist stark salzig: Im Schnitt sind 3,5 % Salz darin, das sind 35 Gramm pro Liter, so viel wie zehn Stück Würfelzucker. Es ist meist Kochsalz, Natriumchlorid, wie man es fürs Essen nimmt. Das macht 86 % der Salze im Meer aus. Der Rest sind andere Salze und Mineralien.

Wie kommt Salz ins Meer? Meist durch Flüsse. Sie sind auch salzig, aber schwach, man merkt's nicht, weniger als ein Gramm Salz pro Liter (0,1 %). Es ist so: Wenn es regnet, sickert das Wasser in den Boden, löst Stoffe und nimmt sie mit, wenn es in Bäche, Flüsse, Seen oder direkt ins Meer austritt. Flüsse lösen auch Salze aus dem Boden. Dann landet fast alles im Meer, dort hat sich Salz seit Ewigkeiten angereichert. Die Sonne lässt Wasser an der Oberfläche verdunsten, es steigt auf, formt Wolken, aus denen es regnet: Der Kreislauf des Wassers geht weiter.

Das Meer ist nicht überall gleich salzig: Das hängt primär von Verdunstung und zufließender Wassermenge ab. Atlantik, Pazifik, Indischer Ozean haben rund 3,5 % Salz, das Mittelmeer 3,8: Darin münden eher wenige Flüsse, es regnet ringsum wenig, und mehr verdunstet als zufließt. Das Rote Meer hat vier Prozent, das Schwarze Meer 1,8 %, die Ostsee unter einem Prozent: Dort ist es kühl, es verdunstet wenig, aber es gibt viele Flüsse und Regen.

Salziger wird es kaum noch. Müsste das Meer nicht immer salziger werden? Teils ja, aber gesamt konnte man das bisher nicht messen. Die pro Jahr einfließende Salzmenge entspricht nur einem winzigen Teil des Salzes im Meer. Salz setzt sich am Grund ab, Wind bläst es ans Ufer, Tiere nehmen es auf. Noch versalzener als jetzt kannst Du das Meer nie schmecken.

Wusstest Du schon,dass . . .

. . . es in vielen Ländern mit Meeresküste „Salzfarmen“ oder „Salzgärten“ gibt? Das sind ganz flache Bereiche am Ufer, wo man Meerwasser staut, die Sonne das Wasser verdunsten lässt und haufenweise Salz übrig bleibt. Die Salzfarm im Bild ist in Slowenien.


[PMRMP]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2019)

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