Das Meer ist voll mit Plastik

Unsere Ozeane versinken im Plastikmüll. Das wird für die Meeresbewohner zur gefährlichen Falle. Was kannst du dagegen tun?

Viele Meeresbewohner verfangen sich in alten Fischernetzen.
Viele Meeresbewohner verfangen sich in alten Fischernetzen.
Viele Meeresbewohner verfangen sich in alten Fischernetzen. – Naturepl.com/Jordi Chias/WWF

Das ist dir bestimmt bei einem Aufenthalt am Meer auch schon einmal passiert: Man schwimmt gemütlich und genießt das Meereswasser, und auf einmal hat man ein Plastiksackerl zwischen den Fingern.

Leider ist es inzwischen so, dass unsere Ozeane voll mit Plastikmüll sind. Sackerln, Flaschen, Feuerzeuge, Zahnbürsten, Shampooflaschen und vieles mehr landen im Meer statt im Mistkübel. Im Meer werden die bunten Plastikteile von Sonne, Wind und Wellen in kleine Teile zerrieben, das sogenannte Mikroplastik. Bis zur völligen Zersetzung können 350 bis 400 Jahre vergehen. Leider verwechseln Meerestiere und Vögel das Plastik oft mit Nahrung. Da kann es passieren, dass sie daran ersticken, tödliche innerer Verletzungen erleiden oder bei vollem Bauch verhungern.

Als Nachweis für die Verschmutzung der Meere gilt eine Untersuchung von Wissenschaftlern über den Mageninhalt von toten Eissturmvögeln. Sie sind Hochseevögel, und alles, was sie fressen, stammt aus dem Meer. Bei der Untersuchung wurden bei 93 Prozent der Vögel Plastikteile im Magen gefunden. Aber nicht nur Seevögel sind betroffen, auch Meeressäuger, Meeresschildkröten und Fische. Die Lederschildkröte frisst zum Beispiel hauptsächlich Quallen. Sie sehen im Wasser treibenden Plastiksackerln leider täuschend ähnlich. Und das kann tödlich für die Schildkröten enden. In Schottland hat man übrigens vor einigen Jahren einen verendeten Zwergwal am Strand gefunden, und zwar mit 800 Kilogramm Plastik im Bauch.

Geisternetze als tödliche Falle. Häufig verfangen sich die Tiere im Plastikmüll und verenden dann qualvoll. Auch alte Fischernetze, die im Meer zurückgelassen wurden, treiben herrenlos und verloren im Wasser. Diese sogenannten Geisternetze werden für viele Meeresbewohner zur tödlichen Falle. Solche Netze verfangen sich auch häufig in Korallenriffen und schaden so dem Riff, das einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen Lebensraum bietet.

Aber was kannst du dagegen tun? Wichtig ist es zu versuchen, möglichst wenig Plastikverpackungen einzukaufen. Schau, dass du immer eine eigene Wasserflasche dabeihast, die du nachfüllen kannst. Für das Obst und Gemüse gibt es jetzt Netze, die man zu Hause waschen und wiederverwenden kann. Und achte darauf, dass du beim Einkaufen immer eine Tasche oder ein Jutesackerl dabeihast.

Wusstestdu schon,dass . . .

. . . sich bereits 150 Millionen Tonnen Plastikmüll im Meer angesammelt haben? In fünf großen Müllstrudeln treibt der Plastikmüll auf dem Meer. Wenn nichts dagegen unternommen wird, dann haben wir im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische im Meer.

[PNW97]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2019)

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