Dichand in Zitaten: ''Streichle lieber meinen Hund''

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Hans Dichand hat die Linie der "Kronen Zeitung" und damit die österreichische Medienentwicklung in den 50 Jahren seit Bestehen des Kleinformats maßgeblich bestimmt. Nicht nur die "Krone"-Headlines, die der Herausgeber mehr als fünf Jahrzehnte selbst formulierte, sind legendär, auch seine Aussagen:

"Unser Platz als Zeitungsmacher ist im Vorhof der Macht. Ich streichle lieber meinen Hund daheim, als Macht auszuüben", schrieb Dichand in seinen Memoiren.(c) APA (WOBRAZEK Walter)
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Ende der Fünfziger Jahre kehrte Dichand dem "Kurier" wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Herausgeber den Rücken. Seine "Lehre" aus dieser Episode:

"Man ist so lange hilflos, so lange einem die Zeitung nicht gehört." (c) APA (ROBERT JAEGER)
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"Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mir vorwerfen kann, mit niedrigen Instinkten zu spielen. Gegen Minderheiten haben wir nie etwas gehabt. Meine Mutter kommt aus Böhmen. Ich bin weder Rassist noch gegen Ausländer. Ich bin nur dagegen, dass man so einen Humanitätsdilettantismus pflegt, der die Steuerzahler belastet, weil man Sozialschmarotzer und Kriminelle stützt."

Dichands Replik auf Vorwürfe, die "Kronen Zeitung" verbreite ausländerfeindliche sowie antisemitische Töne.(c) APA (GUENTER R. ARTINGER)
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"Niemand in der EU verliert seine Identität. Es muss uns einfach klar sein, dass wir nicht alleine bleiben können, ohne uns zu gefährden. Oder wollen wir einer 'Eurosklerose' erliegen, während es in anderen Kontinenten zu prosperierenden Zusammenschlüssen kommt? Die Verbrüderung des Kontinents, das ist die Zukunft."

Dichand ergriff 1994 vor der EU-Volksabstimmung Partei für Brüssel.(c) APA (HELMUT FOHRINGER)
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"Haiders große Gewinne zeigen, dass die Wähler weiterhin das Gefühl haben, ein Hecht im Karpfenteich der österreichischen Politik tue not. Viele der Haider-Feinde tun darüber hinaus so, als hätten die Österreicher überhaupt den Faschismus in den Genen. Die Empörung darüber treibt Haider immer neue Wähler zu."

Dichand zu Jörg Haiders Aufstieg in den Neunzigern.

Im Bild: Jörg Haider mit Dichands Schwiegertochter und "Heute"-Herausgeberin Eva Dichand(c) APA (Elisabeth F. Werthmann)
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"Und dann essen wir ein Stück Gugelhupf und trinken einen Kaffee. Er möchte von mir wissen, was wir denken über verschiedene Dinge."

Dichand über eines seiner Treffen mit dem früheren Bundespräsidenten Thomas Klestil.(c) Clemens Fabry
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"Leicht wird er's nicht haben. Aber ich glaube, er wird seine Sache wirklich tadellos machen."

Dichand Anfang 2003 über seinen Sohn Christoph, den der "Alte" gegen den Willen der WAZ zum neuen "Krone"-Chefredakteur kürt.(c) APA (Barbara Gindl)
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"Aus so etwas kann sich ein richtiger Krieg entwickeln. Wenn wir so weitermachen, kann das so enden wie in verschiedenen Shakespeare-Stücken, dass auf der Bühne nur noch Tote liegen."

Dichand beschreibt das Gefahrenpotenzial des Zerwürfnisses mit dem Hälfteeigentümer WAZ.(c) AP (MICHAEL SOHN)
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"Unsere Leserbriefe werden natürlich besonders pfleglich behandelt. Wir zeigen damit deutlich, dass wir alle, die unsere 'Krone' lesen, an dieser weitaus größten Zeitung unseres Landes mitgestalten lassen."

Besondere Bedeutung misst der "Krone"-Chef hingegen den Leserbrief-Seiten des Kleinformats zu, an die Dichand mitunter höchstselbst Hand angelegt hat.(c) APA (ROBERT JAEGER)
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"Alle unsere Kampagnen sind groß. Wenn wir etwas machen, dann ordentlich."

Dichand zum Thema "Krone"-Kampagnen.(c) APA (PFARRHOFER Herbert)
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"Wir sind nicht gegen die EU, aber gegen eine EU, die so völlig gegen das Volk agiert ... Es heißt in unserer Verfassung: 'Das Recht geht vom Volk aus' ... Gelassen führen wir den Kampf um unser Vaterland Österreich weiter. Mit neuen Freunden! ... Wir sind, was wir immer waren, eine total unabhängige Zeitung."

Der EU-Wind in der "Krone" hat sich bis ins Jahr 2008 gedreht. Dichand fand im Kampf gegen Brüssel neue Verbündete in Person des SPÖ-Duos Alfred Gusenbauer und Werner Faymann.(c) APA (HANS KLAUS TECHT)
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"Das ginge sich zwar altersmäßig aus, ist aber nicht so."

Dichand räumte in einem Cato-Kommentar mit dem Gerücht auf, Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) sei sein unehelicher Sohn.(c) Michaela Bruckberger
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"Ich schaue immer nach vorwärts. Aber ich könnte mir vorstellen, dass ich eines Tages tot vor meinem Schreibtisch liege, das wäre mir recht." sagte Hans Dichand einmal.

Über die letzten Dinge: "Angst vor dem Tod habe ich überhaupt nicht. Aber ich möchte das, was ich erreicht habe, sichern für die, mit denen ich als Familie zusammenhänge. Ich möchte es halten und weitergeben."

Im Bild: Dichand mit Schwiegertochter Eva(c) APA (HERBERT PFARRHOFER)
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