Kultur: Absetzbarkeit von Spenden wird ausgebaut

Kulturminister Josef Ostermayer hofft auf 20 bis 25 Millionen von Privaten. 444,2 Millionen Euro beträgt das Kulturbudget des Bunds 2016.

Symbolbild.
Symbolbild.
Symbolbild. – (c) APA/AFP/MARCO BERTORELLO (MARCO BERTORELLO)

Mit 1. 1. 2016 soll die Absetzbarkeit privater Spenden für Kultur kräftig ausgebaut werden, hat Minister Ostermayer am Mittwoch bekannt gegeben: Gaben an 2200 Einrichtungen des Bunds und der Länder sollen steuerlich absetzbar werden. Voraussetzung ist, dass die Institutionen auch öffentliche Förderung erhalten. Ostermayer erwartet sich dadurch 20 bis 25 Millionen Euro (oder sechs Prozent des Bundeskulturbudgets) mehr für Kunst.

Basis dieser Prognose ist eine Schätzung des Fundraising Verbands Austria. Die Eco Austria rechnet nur mit einem Volumen von 15 Millionen Euro. Das ist immer noch mehr als der Steuerentfall: zehn Millionen. Ferner wird der begünstigte zehnprozentige Umsatzsteuersatz für gemeinnützige Einrichtungen beibehalten; zu diesen zählen etwa auch die Bundestheater und die Salzburger Festspiele, die sich um eine nötige Kartenpreiserhöhung sorgten, falls die Mehrwertsteuer erhöht worden wäre.

 

Große Institutionen werden gestärkt

444,2 Millionen Euro beträgt das Kulturbudget des Bunds 2016. Weil Zahlungen für den MQ-Errichtungskredit von 15,5 Millionen und für das Winterhaus der Festspiele Erl von drei Millionen Euro auslaufen, dürfen sich die Bundestheater über 14 Millionen Euro mehr freuen: Ihre Subvention steigt um neun Prozent auf 162,9 Millionen Euro. Die Salzburger Festspiele erhalten eine Million mehr, die Bregenzer Festspiele 500.000 Euro. Bemerkenswert ist, dass vor allem große Institutionen gestärkt werden. Investitionen fließen 2016 ins Haus der Geschichte (2,3 Millionen Euro), ins Weltmuseum (drei Millionen) und ins Depot des Technischen Museums (zwei Millionen). Die verschiedentlich diskutierte Stiftung für die Lukrierung privater Spenden entfällt.

Nachteile der Spendenlösung: Gaben dürften vor allem großen, renommierten Institutionen zufließen, die auch von der öffentlichen Hand am weitaus stärksten unterstützt werden. Kleine Initiativen, oftmals Bannerträger der Avantgarde, die mit ihren Förderungsansuchen noch nicht erfolgreich waren, gehen ganz leer aus. Immerhin ist aber schon die Administration der neuen Spendenregelung klar: Es wird eine Liste der Einrichtungen geben, und ihre Gemeinnützigkeit muss ein Wirtschaftssprüfer bestätigen. (bp)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.11.2015)

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