Tipp des Tages: Wie ein Flüchtling eine unterkühlte Ehe rettet

Statt dem verlorenen Sohn steht plötzlich ein syrischer Flüchtling vor der Türe eines Ehepaares.
Statt dem verlorenen Sohn steht plötzlich ein syrischer Flüchtling vor der Türe eines Ehepaares.
Statt dem verlorenen Sohn steht plötzlich ein syrischer Flüchtling vor der Türe eines Ehepaares. – (c) Herbert Neubauer

In seinem Volksstück „Fremdenzimmer“ verarbeitet der schon als Klassiker zu wertende österreichische Dramatiker Peter Turrini ein seit Jahren hoch aktuelles Thema. Wie geht man mit der Zuwanderung um? Sie ist das auslösende Moment für eine psychologisch feine Charakterzeichnung. Die Josefstadt-Stars Erwin Steinhauer und Ulli Maier brillieren in dieser 90 Minuten langen Aufführung als typisches Wiener Paar, das nach und nach sein Herz für einen Flüchtling (Tamim Fattal) entdeckt. Direktor Herbert Föttinger hat die Uraufführung  mit viel Liebe zum Detail inszeniert. Nicht marktschreierisch, sondern meist lakonisch, manchmal heiter und wie beiläufig wird dieser Stoff behandelt – es gewinnt dadurch an Intensität, bleibt aber vor allem die Folie für ein Ehedrama dahinter. Die beiden Protagonisten agieren großartig minimalistisch, sie wirken in der Hilflosigkeit gewöhnlicher Leute vollkommen authentisch. Es ist zauberhaft anzusehen, wie sich ein entfremdete Paar langsam wieder näherkommt.

Die nächsten Aufführungen im Theater in der Josefstadt sind diesen Donnerstag und Freitag zu sehen, jeweils um 19:30 Uhr.

(norb)

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