Kunst- und Kultur: Ausgaben stiegen auf 435,1 Mio. Euro

Der erste Kunst- und Kulturbericht von Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) schlüsselt die Ausgaben auf. Etwa: Burgtheater und Staatsoper bekamen 2017 mehr, die Volksoper weniger Geld.

Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) hat am Mittwoch seinen ersten Kunst- und Kulturbericht dem Ministerrat vorgelegt. Freilich fällt dieser noch fast vollständig unter die Zuständigkeit seines Vorgängers Thomas Drozda (SPÖ). Die Bundesausgaben in diesem Bereich beliefen sich im Jahr 2017 demnach auf 435,1 Mio. Euro - ein Plus von 12,8 Mio. Euro oder drei Prozent gegenüber 2016 (422,3 Mio. Euro).

Der Anstieg der Ausgaben von 2016 auf 2017 resultiert aus der Erhöhung der Basisabgeltung beziehungsweise erhöhten Aufwendungen bei Investitionsvorhaben der Bundesmuseen (v.a. Weltmuseum Wien, Haus der Geschichte Österreich). Aber auch im Denkmalschutz und im Bereich der Kunstförderung, wo die Jahressubventionen zahlreicher Kunstinstitutionen und -vereine angepasst und Sonderprojekte durchgeführt wurden, gab es signifikante Mehrausgaben, wie es im Bericht heißt.

KHM-Museumsverband ganz vorne

Die Förderausgaben im Bereich Kultur (in dem sich auch die Bundestheater sowie die Bundesmuseen finden) erhöhten sich von 334,5 Mio. Euro auf 344,8 Mio. Euro, was einem Plus von drei Prozent entspricht. An der Spitze steht dabei der KHM-Museumsverband, der 2017 24,6 Mio. Euro erhielt (2016: 23,8 Mio. Euro), wobei hier ausschließlich eine Erhöhung für das KHM zu Buche schlägt, während auf das neu eröffnete Weltmuseum sowohl 2016 als auch 2017 jeweils 4,28 Mio. Euro entfallen. Eine Erhöhung gab es auch für das mumok - Museum Moderner Kunst, das im Vorjahr 9,3 Mio. Euro erhielt (nach 8,78 Mio. im Jahr 2016), auch das Technische Museum erhielt um 500.000 Euro mehr. Bei der Nationalbibliothek, dem das im November eröffnende Haus der Geschichte Österreich unterstellt ist, kletterte die Subvention von 23,2 Mio. Euro auf 25 Mio. Euro. Das MAK erhielt eine Erhöhung von exakt 100.000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Erhöhungen der Basisabgeltungen in den Bundesmuseen auf knapp vier Mio. Euro.

Weiters sind unter dem Titel "Investitionsprogramme" Einmalzahlungen für (bauliche) Investitionsvorhaben für die Bundesmuseen verzeichnet: So erhielt etwa die Albertina zusätzlich 850.000 Euro für die Übernahme der Sammlung Essl, der KHM-Museumsverband 5,8 Mio. Euro für bauliche Investitionen im Zuge des Weltmuseums. Für die Adaptierung der Neuen Burg für das Haus der Geschichte Österreich wurden 2,69 Mio. Euro bereitgestellt. Insgesamt belaufen sich die Investitionen damit auf 14,5 Mio. Euro (2016: 10 Mio. Euro).

Mehr für Burgtheater, Staatsoper - weniger für Volksoper

Die Ausgaben im Bereich der Bundestheater stiegen von 155 Mio. Euro 2015/16 auf 156,32 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2016/17. Den meisten Zuwachs an Subventionen verzeichneten dabei das Burgtheater (von 46,4 Mio. Euro auf 48,36 Mio. Euro) und die Wiener Staatsoper (von 60,4 Mio. Euro auf 63,2 Mio. Euro). Deutlich weniger erhielt die Volksoper: Sie bekam 2016/17 39,8 Mio. Euro, im Geschäftsjahr 2015/16 waren es noch 43,2 Mio. Euro gewesen.

Die Mittel für Kunstförderung erhöhten sich um rund 2,5 Mio. Euro auf 90,3 Mio. Euro (2016: 87,8 Mio. Euro), was einer Erhöhung von 2,85 Prozent entspricht. Die höchste Förderung ging dabei an das Österreichische Filminstitut mit 20,4 Mio. Euro, dahinter folgen das Theater in der Josefstadt mit 6,7 Mio. Euro, das Volkstheater mit 5,1 Mio. Euro und die Bregenzer Festspiele mit 2,77 Mio. Euro. Im Kapitel "Festspiele, Großveranstaltungen" finden sich dagegen die Salzburger Festspiele mit 6,4 Mio.

Vergabe der Kunstfördermittel nach Geschlechtern

Stabil blieb die Vergabe der Kunstfördermittel nach Geschlechtern, die seit 2007 ausgewiesen wird. Demnach flossen 2017 über alle Sparten verteilt beinahe die Hälfte der Förderungen an Frauen, konkret erhielten 667 Vorhaben von Künstlerinnen eine Summe von 3,47 Mio. Euro und 674 Vorhaben von Künstlern eine Summe von 3,54 Mio. Euro. Zusätzlich zu diesen Förderungen wurden Kunstankäufe bei 81 Künstlerinnen und Künstlern (48 Prozent Männer, 52 Prozent Frauen) im Gesamtwert von 617.929 getätigt, wobei 352.265 Euro (57 Prozent) an 39 Männer und 265.664 Euro (43 Prozent) an 42 Frauen gingen. Dies verdeutlicht, dass Künstlerinnen durchschnittlich weniger für ihre Werke bekamen: Männer erzielten im Schnitt 9.032 Euro für ihre Arbeiten, Frauen 6.325 Euro.

Interessant ist der Blick auf die Verteilung der Förderungen nach Sparten: Während die Verteilung in den Bereichen Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Film und Literatur annähernd bei 50 Prozent liegt, wurden männliche Künstler in den Bereichen Architektur (66 Prozent), Medienkunst (60 Prozent) und Musik (67 Prozent) deutlich stärker gefördert. Lediglich im Bereich der Mode gab es einen ähnlich deutlichen Überhang bei geförderten Künstlerinnen (64 Prozent), ebenso bei Kulturinitiativen (67 Prozent).

(APA)

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