Debatte: Ist Reden über Unterschiede schon rassistisch?

Darf man über biologische Unterschiede zwischen Populationen sprechen? Man müsse, sagt David Reich, Pionier der Paläogenetik. Kritiker werfen ihm Flirt mit dem Rassismus vor – dabei widerlegt seine Forschung das „Rassendenken“.

Die Genetik belege „substanzielle“ Unterschiede zwischen Populationen, sagt Reich, zugleich zeige sie: Menschengruppen waren immer Mischungen.
Die Genetik belege „substanzielle“ Unterschiede zwischen Populationen, sagt Reich, zugleich zeige sie: Menschengruppen waren immer Mischungen.
Die Genetik belege „substanzielle“ Unterschiede zwischen Populationen, sagt Reich, zugleich zeige sie: Menschengruppen waren immer Mischungen. – (c) Getty Images/Ideabug

„Es ist einfach nicht länger möglich, die durchschnittlichen genetischen Unterschiede zwischen ,Rassen‘ zu ignorieren.“ Der Mann, der diesen Satz jüngst in der „New York Times“ geschrieben hat, heißt David Reich und gilt als Superstar der Paläogenetik. In seinem Labor in Harvard analysiert er das Erbgut urgeschichtlicher, oft Zehntausende Jahre alter Skelette. 2015 wurde er von der Zeitschrift „Nature“ unter die zehn Topwissenschaftler des Jahres gewählt. Er gehört zu den Pionieren dieser jungen, für unser Geschichtsverständnis revolutionären Disziplin. Durch die Entschlüsselung des Erbguts (des Genoms) jahrtausendealter Menschen erschüttert sie archäologische Gewissheiten: Etwa, wenn es darum geht, welche großen Wanderungsbewegungen heutigen Bevölkerungen zugrunde liegen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.04.2018)

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