Weiße Frauen, in Europa wieder versklavt?

Die AfD wirbt in Deutschland mit dem Gemälde „Der Sklavenmarkt“ gegen „Eurabien“. Das ist eher peinlich: Das Bild zeigt nicht die brutale Lüsternheit männlicher Muslime, sondern Sexfantasien männlicher Europäer.

Ein Paradebild des Orientalismus: „Der Sklavenmarkt“ von Jean-Leon Gérôme (1866). Dieser Maler liebte das Sujet der dem wilden Mann sexuell ausgelieferten Frau. Aber schon ein Zeitgenosse deutete das Gemälde in Richtung Kulturkampf: Er vermutete im Opfer eine  christliche Abessinierin.
Ein Paradebild des Orientalismus: „Der Sklavenmarkt“ von Jean-Leon Gérôme (1866). Dieser Maler liebte das Sujet der dem wilden Mann sexuell ausgelieferten Frau. Aber schon ein Zeitgenosse deutete das Gemälde in Richtung Kulturkampf: Er vermutete im Opfer eine  christliche Abessinierin.
Ein Paradebild des Orientalismus: „Der Sklavenmarkt“ von Jean-Leon Gérôme (1866). Dieser Maler liebte das Sujet der dem wilden Mann sexuell ausgelieferten Frau. Aber schon ein Zeitgenosse deutete das Gemälde in Richtung Kulturkampf: Er vermutete im Opfer eine christliche Abessinierin. – (c) Clark Art Institute

Mehrere dunkelhäutige Männer, bekleidet mit Kaftan und Turban, scharen sich in einem Innenhof, begehrlich blickend, eng um eine nackte hellhäutige Frau. Einer befingert ihre Zähne. Dazu die Worte: „Damit aus Europa kein ,Eurabien‘ wird!“

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.04.2019)

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