Deepfake: Wir können unseren Augen nicht mehr trauen

Künstliche Intelligenz ermöglicht raffiniert gefälschte Videos mit politischer Sprengkraft. Eine Kunstaktion reagiert nun auf die Untätigkeit von Facebook nach dem versuchten Rufmord an Nancy Pelosi. Wo wird all das enden?

Bilder lügen nicht – oder doch? Die Möglichkeiten von Deepfake erschüttern unser visuelles Grundvertrauen.
Bilder lügen nicht – oder doch? Die Möglichkeiten von Deepfake erschüttern unser visuelles Grundvertrauen.
Bilder lügen nicht – oder doch? Die Möglichkeiten von Deepfake erschüttern unser visuelles Grundvertrauen. – (c) ROB LEVER / AFP / picturedesk.co (ROB LEVER)

Stellt euch das kurz vor: Ein Mann, mit vollständiger Kontrolle über die gestohlenen Daten von Milliarden Menschen – all ihre Geheimnisse, ihr Leben, ihre Zukunft.“ Ja, stellt euch das vor. Und dann diesen Mann, Mark Zuckerberg, selbst: Er sieht euch direkt in die Augen, wenn er die wahren, ruchlosen Motive hinter seinen sozialen Netzwerken enthüllt, treuherzig und auf naive Weise selbstbewusst, so wie es seine Art ist. Unten eingeblendet der Nachrichtenbalken von CBS News, es scheint also ein Ausschnitt aus einem offiziellen Interview zu sein. Ihr hört die Worte „aus seinem eigenen Mund“, womit unsere Sprache suggeriert, sie hätten ein Echtheitszertifikat. Aber der Facebook-Gründer hat sie nie gesagt. Ein selbstlernender Algorithmus hat sie ihm in den Mund gelegt, täuschend echt. Reingefallen? Dann seid ihr Opfer von „Deepfake“.

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.06.2019)

Meistgekauft
    Meistgelesen