Künstlerhaus komplettiert neues Wiener Kinogrätzel

Das Stadtkino zieht vom Schwarzenbergplatz ins Künstlerhaus am Karlsplatz. Der Umbau kostet 500.000 Euro.

Künstlerhaus komplettiert neues Wiener Kinogrätzel
Künstlerhaus komplettiert neues Wiener Kinogrätzel
Künstlerhaus komplettiert neues Wiener Kinogrätzel – (c) GABU Heindl Architektur

Wien/kb. Als Hochzeit, der eine sehr lange Verlobungszeit vorausging, bezeichnete Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) den Umzug des Stadtkinos vom Schwarzenbergplatz ins Künstlerhaus am Dienstag bei einem Pressegespräch. Mit der Wiedereröffnung am 26. September entsteht in der Innenstadt damit ein neues Kinogrätzel – zusammen mit dem Gartenbaukino, dem Metro Kino und dem Filmmuseum.

Wie das Metro Kino wird auch das Stadtkino im Künstlerhaus (so der offizielle Name) derzeit umgebaut. „Jedes gute Kino braucht ein Foyer, und ein Stadtkino braucht ein urbanes Foyer“, betont die Architektin Gabu Heindl. Sie hatte schon beim Filmmuseum ihr Fingerspitzengefühl mit dem Denkmalschutz unter Beweis gestellt und zeichnet nun auch für das künftige Wohnzimmer der „kulturellen Wohngemeinschaft“ verantwortlich.

Schanigarten beim Seiteneingang

Für die Gastronomie sorgt fortan das Vorarlberger Kollektiv Ludwig und Adele, das unter anderem das Lokal Tonstube im sechsten Bezirk betreibt und zwischen dem U-Bahn-Aufgang und dem Seiteneingang des Kinos auch über einen neuen Schanigarten verfügen wird. Hinzu kommen eine lange Bar und eine größere Küche.

Der Umbau kostet Stadtkino-Geschäftsführer Claus Philipp zufolge etwa 500.000 Euro, von denen 80.000 Euro von der Stadt, 200.000 Euro von der Wirtschaftsinitiative des Künstlerhauses und etwa 200.000 Euro aus Eigenmitteln gestemmt werden. Am Eröffnungsabend werden die drei Filme „La maison de la radio“ (2012) von Nicolas Philibert, „Fahrtwind – Aufzeichnungen einer Reisenden“ (2013) von Bernadette Weigel und „Harmoni Lessons“ von Uroki Garmonii gezeigt. Ein Vorgeschmack auf das Filmprogramm, das sich künftig wieder deutlicher vom Mainstream-Kino distanzieren will. Künstlerhaus-Präsident Michael Pilz: „Es war ein Desaster, wie das Kino in den vergangenen Jahren verludert ist.“ Was mit dem alten Standort am Schwarzenbergplatz passieren wird, ist noch unklar. Das hänge vom (privaten) Eigentümer des Gebäudes ab, so Philipp. Wer dort ein letztes Mal einen Film sehen will, hat dazu bei der Viennale (24. Oktober bis 6. November) die Möglichkeit. Denn das Stadtkino schloss seine Pforten zwar schon im Frühjahr, der Mietvertrag läuft aber noch bis Mitte November. Viennale-Chef Hans Hurch: „Daher werden wir heuer ein letztes Mal gleich zwei Stadtkinos bespielen, das alte und das neue.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2013)

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