Film Commission: Drehort Wien: Dialog mit Bezirken verbessern

Marijana Stoisits, Leiterin der neuen Vienna Film Commission, über ihre Pläne.

Wien (uw). Berlin hat eine, Tirol hat eine, und spät, aber doch auch Wien: eine Film Commission nämlich. Mit 1. Februar startet die Servicestelle für Filmschaffende, die u.a. von Wirtschaftskammer, Stadt und Filmfonds mit 500.000 Euro pro Jahr finanziert wird. Leiterin ist, wie seit Mittwoch bekannt ist, Marijana Stoisits. Die Ethnologin und Kunsthistorikerin (und Schwester der grünen Volksanwältin Terezija) leitete bis vor Kurzem das Wien-Büro von Spiegel-TV.

Es war dies eine Entscheidung, die die Branche überraschte. Nicht negativ, wie Peter Altendorfer, Obmann der österreichischen Aufnahmeleiter, betont. „Man hätte erwartet, dass es jemand aus der Spielfilmbranche wird, aber Stoisits ist eine interessante Wahl.“ Sie selbst sieht den „fehlenden“ Background als Vorteil: „Dass man nicht so sehr integriert ist, macht einen auch offener und freier.“ Soll heißen, weniger abhängig von Cliquen? „Das“, meint sie, „haben jetzt Sie gesagt.“


Ausland, bitte warten

Beginnen will Stoisits, die sich ihr Team (noch zwei Leute) erst zusammenstellen muss, ihre Arbeit mit einer Bedarfsanalyse. Was die Hauptaufgaben der Commission betrifft – internationale Bewerbung Wiens als Drehort bzw. Hilfestellung bei den Dreharbeiten vor Ort –, hat sie aber ihre Priorität gesetzt: „Bevor man mit Auslandsaktivitäten beginnt, muss man beim Service im Inland starten.“ Zu tun gibt es genug. Seit Jahren kämpfen Filmschaffende mit den Bezirken, die ungern Parkplätze für Dreharbeiten opfern. „Es wird gelingen, das zu verbessern“, sagt Stoisits. Weil: „Sonst bräuchten wir gar nicht anfangen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.12.2008)

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