Schauspielerin Anita Ekberg gestorben

Ekbergs Badeszene im Trevi-Brunnen in "La Dolce Vita" gehört zu den berühmtesten der Filmgeschichte. Die Schwedin wurde 83 Jahre alt.

Anita Ekberg
Anita Ekberg
Akbergs berühmteste Szene: Im Fontana die Trevi in ''La Dolce Vita'' – (c) imago stock&people (imago stock&people)

Die schwedische Schauspielerin Anita Ekberg, die durch ihre Rolle in "La Dolce Vita" zur Leinwand-Ikone wurde, ist italienischen Medienberichte zufolge tot. Sie starb nach einem Bericht von "La Repubblica" am Sonntag in einem Krankenhaus bei Rom und wurde 83 Jahre alt.

Ekberg war in den 1950er Jahren ein Sexsymbol, zu ihren berühmtesten Auftritten gehört die Badeszene im Trevi-Brunnen in Fellinis "La Dolce Vita" (Das süße Leben). Der Film war gleichzeitig der einsame Höhepunkt in Ekbergs Filmkarriere.

ITALY ROME FILM FESTIVAL 2010
ITALY ROME FILM FESTIVAL 2010
Anita Ekberg 2010 in Rom – (c) EPA (CLAUDIO PERI)

Das war der absolute Höhepunkt im Leben einer Frau, die bereits mit 14 Jahren arbeiten musste, zum Fotomodell wurde und 1951 sogar zur "Miss Schweden" gekürt wurde.

Die Szene, in der sie gemeinsam mit Marcello Mastroianni ein Bad in Roms Trevi-Brunnen nimmt, gehört zu den Klassikern der Kinogeschichte. "Das war kein großer Film, er lebte nur durch diese außerordentliche Szene", betonte Ekberg im Nachhinein. "Es gab nur mich und Marcello. In Wahrheit - mehr mich als ihn. Ich war sehr schön. Das weiß ich", sagte sie kürzlich.

Sprang für Marilyn Monroe ein

Beim Wettbewerb um den Titel der "Miss Universum" belegte die am 29. September 1931 in Malmö geborene Schauspielerin allerdings nur den vierten Platz. Auch die Träume von einer Karriere in Hollywood zerplatzten. Deshalb schlug sie sich zunächst als Model und in Nachtclubs durchs Leben. 1953 bekam sie ihr erstes kleines Filmangebot.

Doch der Erfolg kam auf anderen Wegen: Sie sprang für Marilyn Monroe auf einer Truppenbetreuungs-Tournee ein. Ihre Kurven weckten Begeisterung bei den Soldaten und waren bald danach endlich auch auf der Leinwand zu sehen.

Eine erste größere Rolle hatte die nordische Schönheit 1955 in "Der gelbe Strom". Auch in der Tolstoi-Verfilmung "Krieg und Frieden" ein Jahr später war sie zu sehen.

Ein zweites Mal an der Seite von Marcello Mastroianni

1978 erregte die Ekberg mit einem Gastspiel als Sängerin in einem Münchner Nachtlokal Aufsehen. Als sie 1986 doch noch einmal für Fellini und dessen Film "Intervista" vor der Kamera stand, war ihr Partner abermals jener Marcello Mastroianni, an dessen Seite sie schon in "La dolce vita" gearbeitet hatte.

 

Nach ihrem Welterfolg mit "La Dolce Vita" lebte die Schauspielerin in Rom. Die Schauspielerin lebte in Armut und hatte Künstlerstiftungen um finanzielle Hilfe gebeten. Die ehemalige "Miss Schweden" verbrachte ihre letzten Jahren in einem Altersheim in der Nähe von Rom. Sie litt an den Folgen eines Oberschenkelbruchs und musste im Rollstuhl sitzen.

Die Wohnung der Schauspielerin in Rom war vor einigen Jahren bei einem Brand beschädigt worden. Der Diva waren außerdem Möbel und Juwelen gestohlen worden. Daraufhin hatte sie sich in ein Altersheim zurückgezogen.

"Ich habe geliebt, geweint und war verrückt vor Glück"

Ekberg war zweimal verheiratet: Von 1956 bis 1959 mit dem britischen Schauspieler Anthony Steel und von 1963 bis 1975 mit dem amerikanischen Schauspieler Rik van Nutter. Beide Ehen blieben kinderlos. Einsamkeit plagte die Diva nicht. Sie bedauere nichts, sagte sie. Sie habe das Leben in vollen Zügen genossen: "Ich habe gewonnen und verloren. Ich habe geliebt, geweint und war verrückt vor Glück." Die Schauspielerin fand ihre letzten Jahre eintönig. "Die Tage sind endlos lang. Das Fernsehen gefällt mir nicht, es ist monoton", sagte Ekberg.

Der Tod Ekbergs löste Bestürzung in Italien aus. "Wir verlieren die Ikone des Dolce Vita", kommentierte die Tageszeitung "La Stampa" in ihrer Online-Ausgabe.

(APA/AFP)

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