Ernst, komisch, fast immer brillant: Jean Rochefort ist tot

Der Filmschauspieler hatte fünf Jahrzehnte lang Leinwanderfolge.

Jean Rochefort ist im Alter von 87 Jahren verstorben.
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Jean Rochefort ist im Alter von 87 Jahren verstorben.
Jean Rochefort ist im Alter von 87 Jahren verstorben. – (c) APA/AFP/GUILLAUME BAPTISTE

Einer der beliebtesten Darsteller des französischen Kinos ist in der Nacht auf Montag, den 9. Oktober, im Alter von 87 Jahren verstorben. Seit den Fünfzigerjahren war Jean Rochefort, erkennbar an seinem charakteristischen Schnurrbart und – in der Originalsprache – seiner dunklen, warmen Stimme auf der Leinwand zu sehen, Anfang der Sechzigerjahre machte er zum ersten Mal stärker auf sich aufmerksam. Sein ehemaliger Mitstudent Jean-Paul Belmondo hatte ihn für eine Rolle im Film „Cartouche, der Bandit“ empfohlen. Ab da etablierte sich Jean Rochefort mit großer Vielseitigkeit – sowohl in komödiantischen als auch in Charakterrollen.

 

Mit Pierre Richard, Louis de Funès

Mit seinem Freund Belmondo war Rochefort in mehreren Filmen zu sehen. Erfolge hatte er an der Seite der großen Komiker Louis de Funès oder mit Pierre Richard – an seiner Seite spielte er im Film „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“ (1972) den Geheimdienstchef, eine Rolle, mit der Rochefort sich auch beim deutschsprachigen Publikum beliebt machte. Zwei Jahre später spielte er noch einmal mit Pierre Richard in der Fortsetzung „Der große Blonde kehrt zurück“. Die Komödie „Ein Elefant irrt sich gewaltig“, eine der erfolgreichsten französischen Komödien der Siebzigerjahre, brachte Rochefort 1976 endgültig den großen Durchbruch. Er spielt darin die Hauptrolle, einen Mann, der seine Frau (Danièle Delorme) mit einem Fotomodell (Anny Duperey) zu betrügen versucht.

Parallel dazu hatte Rochefort ab 1972 auch wichtige Erfolge im ernsten Fach. Er war als Inspektor im Film „Der Uhrmacher von St. Paul“ (gespielt von Philippe Noiret) zu sehen. Und beeindruckte davor auch schon als Familienvater im Scheidungsdrama „Kerzenlicht“ von Serge Korber. Seine Ehefrau im Film war die berühmte Annie Girardot. Césars erhielt er 1976 und 1978 für Rollen in „Le Crabe-Tambour“ von Pierre Schoendoerffer und in Bertrand Taverniers „Wenn das Fest beginnt“. Wichtige Titelrollen spielte er auch in den Achtziger- und Neunzigerjahren noch, etwa in Patrice Lecontes „Der Mann der Friseuse“ oder in Pierre Salvadoris Krimikomödie „Der Killer und das Mädchen“ (1993). (sim) [ AFP ]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.10.2017)

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