Russe will Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer kaufen

Der russische Investor Len Blavatnik hat Interesse an dem verschuldetem Hollywood-Studio, das die Rechte an Klassikern wie "Rocky" und der "James Bond"-Reihe besitzt. Bis Freitag können Angebote abgegeben werden.

Russe liebaeugelt MGMFilmstudio
Russe liebaeugelt MGMFilmstudio
(c) AP (NICK UT)

Eine Hollywood-Legende könnte schon bald einem Russen gehören: Der russische Investor Investor Len Blavatnik hat Interesse am Kauf des Filmstudios Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) bekundet. "Zum richtigen Preis ist das ein tolles Objekt", sagte er der "Financial Times" am Montag. Das Studio sei eine gute "Media-Plattform für das 21. Jahrhundert".

MGM steht wegen seiner drückenden Schuldenlast zum Verkauf. Die Kreditgeber sammeln bis Freitag Angebote ein. Erwartet wird ein Preis um die 1,5 Milliarden Dollar (1,090 Milliarden Euro). Mehr sei im Moment nicht drin, schreibt die Zeitung, weil die schwächelnden DVD-Verkäufe den Wert der Filmbibliothek geschmälert hätten. MGM besitzt die größte Filmsammlung von Hollywood mit mehr als 4000 Titeln, darunter Klassiker wie "Rocky" oder "Manche mögen's heiß". Auch die Rechte an "James Bond" liegen bei MGM.

Vier Milliarden Dollar Schulden

Das Filmstudio gehört einer Gruppe von Finanzinvestoren und Medienunternehmen, darunter dem japanischen Elektronikkonzern Sony und dem Kalbelanbieter Comcast. Sie hatten MGM 2005 für fünf Milliarden Dollar übernommen. Wie bei solchen Geschäften üblich, bürdeten sie dem Zukauf den Großteil der Schulden auf. Das Studio ächzt nun unter einer Bürde von vier Milliarden Dollar.

Blavatnik und seine Access Industries tummeln sich bereits im Mediengeschäft: Sie hatten den britischen Arm von Mel Gibsons Filmfirma Icon übernommen und sind an Warner Music sowie der britischen Mediengruppe Top-Up TV beteiligt.

Blavatniks großer Medienplan

Der russische Investor war in Deutschland vor allem durch seinen zwischenzeitlichen Einstieg bei Air Berlin bekanntgeworden. Er ist auch am insolventen Chemiekonzern LyondellBasell beteiligt. Noch steuere das Mediengeschäft nur einen "klitzekleinen" Teil zum Umsatz von Access Industries bei, sagte Blavatnik. "Aber in drei bis fünf Jahren würde ich gerne mehr Medien- und Telekomgeschäfte besitzen als jetzt, besonders im digitalen Bereich." Ihm sei allerdings sehr wohl bewusst, dass schon viele im Mediengeschäft gescheitert seien. "Ich möchte nicht das nächste Opfer sein."

Zuletzt produzierte MGM nur noch wenige Filme pro Jahr, der nächste Film aus der "James Bond"-Reihe wird im kommenden Jahr erwartet.

 

(Ag.)

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