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Im Film knallt es doch am schönsten: Die besten Filmfeuerwerke auf Netflix, Amazon und Co.

Der Jahreswechsel naht, und mit ihm auch die Zeit der farbenfrohen Lärmbelästigung. Aus gegebenem Anlass empfehlen wir sieben außergewöhnliche Filmfeuerwerke, von freudig bis melancholisch.

Der beste Moment von „Der große Gatsby“ mit Leonardo DiCaprio: Das Feuerwerk.
Der beste Moment von „Der große Gatsby“ mit Leonardo DiCaprio: Das Feuerwerk.
Der beste Moment von „Der große Gatsby“ mit Leonardo DiCaprio: Das Feuerwerk. – Warner Bros.

König der Fischer

Von Terry Gilliam, 1991
Zu sehen auf Sky

Ohne Feuerwerk kein Silvester - und auch das Kino wäre ohne pyrotechnische Farbenspiele um ein entscheidendes Stilmittel ärmer. Während im Humor-Fernsehen oft das Pannenpotenzial oder die Banalität des Raketenschießens betont wird (siehe Mundl oder Gerhard Polt), liebt die große Leinwand die Bildgewalt eines Feuerwerks und schwelgt nur zu gern in seiner kaleidoskopischen Pracht. Als emotionaler Knalleffekt ist diese vielseitig einsetzbar. Bei weitem nicht immer stellt ein Feuerwerk in Filmen einen Grund zum Feiern dar, taugt auch als ironischer Kontrapunkt zu dramatischem Geschehen. Wie in Andrzej Wajdas „Asche und Diamant“, das 1945 in Polen spielt: Dort fällt das Opfer eines Attentats seinem Mörder in die Arme, während im Hintergrund zu Ehren des Kriegsendes das Firmament explodiert. Dennoch: Am öftesten dienen Filmfeuerwerke als Signal für Entspannung. Meistens gegen Ende, wenn alle Hürden genommen sind. Ein schönes Beispiel bildet Terry Gilliams „König der Fischer“. Dort liegen Robin Williams und Jeff Bridges, als ungleiches Freundespaar zerstritten und wieder versöhnt, im Central Park und schauen den Sternen zu, als es über ihnen fröhlich zu knallen beginnt – und bald erleuchtet ein flammendes „The End“ die Nacht.

 

The Great Gatsby

Von Baz Luhrmann, 2013
Zu sehen auf Netflix

Als Nick Carraway (Tobey Maguire) dem Millionär Jay Gatsby (Leonardo DiCaprio) zum ersten Mal begegnet, schmeißt dieser gerade ein rauschendes Fest in seiner Villa. Anfangs sieht man sein Gesicht nicht, Nick meint einem gewöhnlichen Partygast Gatsby-Gerüchte zuzuflüstern. Als dieser sich schließlich vorstellt und seinen gewinnenden Grinser entsichert, scheint die Zeit kurz stillzustehen: Gershwins „Rhapsody in Blue“ erklimmt auf der Tonspur den Höhepunkt, ein Feuerwerk setzt einen punktgenauen Korkenknall: Der beste Moment einer durchwachsenen „Gatsby“-Adaption.

 

Brokeback Mountain

Von Ang Lee, 2006
Zu sehen auf Netflix

Während Feuerwerke in Europa vor allem mit dem Jahreswechsel assoziiert werden, gehören sie in den USA nicht zuletzt zur Feier des Unabhängigkeitstages am 4. Juli. In der Cowboy-Romanze „Brokeback Mountain“ nutzt Ang Lee diesen Symbolgehalt für eine tolle Szene, in der Hauptfigur Ennis (Heath Ledger) mit seiner Familie einem Feuerwerk beiwohnt. Schlüpfrige Kommentare anwesender Biker regen ihn auf. Um sich seiner Männlichkeit zu versichern, prügelt er drauflos – und erscheint, aufgeplustert vor rotweißblauer Lichtregenkulisse, als ironische Umkehrung des idealtypischen amerikanischen Helden.

 

Kap der Angst

Von Martin Scorsese, 1991
Zu sehen auf Amazon

Ist Max Cady (Robert De Niro) in Martin Scorseses „Cape Fear“-Remake bloß ein rachsüchtiger Verbrecher oder gar der Leibhaftige höchstselbst? Als er die Familie des Strafverteidigers Sam (Nick Nolte) unverhohlen zu stalken beginnt, im Glanz eines Feuerwerks feixend wie ein diabolischer Weihnachtself, ist man durchaus geneigt, das zu glauben.

 

Harry Potter und der Orden des Phönix

Von David Yates, 2007
Zu sehen auf Amazon und Sky

Bei einer Abschlussprüfung kann schon mal das Bedürfnis aufbranden, die zum Bersten gespannte Stimmung zu lösen. Zum Beispiel mit einem magischen (Digital-)Feuerwerk mit quirligem Eigenleben. Genau das machen die unbotmäßigen Weasley-Zwillinge im fünften „Harry Potter“-Teil – zum Leidwesen der gestrengen Lehrerin Dolores Umbridge.

 

Land of the Dead

Von George A. Romero, 2005
Zu sehen auf Amazon

Nicht nur Menschen können ihre Blicke nicht von Feuerwerken abwenden – auch Zombies werden von ihrer visuellen Kraft gebannt. Zumindest in George Romeros unterschätzter Horrorparabel. Dort lenken Überlebende Untote ab, indem sie Knallkörper abfackeln. Gleichsam gedankenversunken starren die lebenden Leichen gen Himmel, den Angriffen metzelfreudiger Passanten hilflos ausgeliefert. Ein ergreifender Moment – und eine bissige Spitze gegen die Gesellschaft des Spektakels.

 

Good Bye, Lenin!

Von Wolfgang Becker, 2003
Zu sehen auf Amazon

Freude und Ekstase, Pathos und Bombast. Das sind die Gefühlslagen und Wirkungen, an die Feuerwerke im Kino am häufigsten gekoppelt werden. Weit seltener versprühen sie hingegen Melancholie. Ungewöhnlich ist da das Finale des „Ostalgie“-Dramas „Good Bye, Lenin!“. Alex (Daniel Brühl) verstreut die Asche seiner Mutter, der er bis zu ihrem Tod nach der Wiedervereinigung vorgaukelte, die DDR hätte nie ein Ende genommen, per Spezialrakete in alle Winde: Sag zum Abschied leise Bumm.

 

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