Christoph Waltz: „Nach Österreich kann man im Moment nicht“

Der Oscar-Preisträger sprach über die Politik seiner alten und neuen Heimat und über die Filmbranche im allgemeinen: „90 Prozent aller Filme sind Scheißdreck“.

Cast member Waltz poses at the premiere for the movie ´Alita: Battle Angel´ in Los Angeles
Cast member Waltz poses at the premiere for the movie ´Alita: Battle Angel´ in Los Angeles
Christoph Waltz promotet derzeit seinen neuen Film „Alita: Battle Angel“ – (c) REUTERS (MARIO ANZUONI)

In seinem neuen Film „Alita: Battle Angel“ spielt der österreichische Oscar-Preisträger Christoph Waltz ausnahmsweise den Guten. Für Österreichs Regierung dürfte er mit seinen jüngsten Aussagen zur Lage in seinem Heimatland allerdings der Böse sein. Denn mit der kann der Schauspieler, der in Los Angeles lebt, nichts anfangen: „Ich finde die politische Entwicklung besorgniserregend“, sagte Waltz der deutschen Zeitung „Die Welt.“ Er beklagt aber auch allgemein den wachsenden Populismus in Europa und den USA.

Er leide „sehr“ an Österreich, wisse aber nicht genau, wie es sich anfühle, weil er nicht hier sei. „Ich war im Sommer eine Woche in Wien, da war das Unheil ja schon im vollen Lauf ...“ so der 62-Jährige. „Vieles von der gegenwärtigen Stimmung hat zwar auch vorher sicher existiert. Nur hat es jetzt einen Ausdruck.“

„Die sind nicht alle doof da drüben“

In Deutschland sei er nur „wenn ich muss“. Und „nach Österreich kann man im Moment ja auch nicht hin.“ Kritik übt Waltz auch an den USA – und an dem Blick Europas auf die USA: „Man sollte sich in dem Zusammenhang vor einem hüten: vor europäischem Chauvinismus. Die sind nicht alle doof da drüben. Wäre Trump direkt gewählt worden, hätte er verloren“, sagt der Schauspieler. „Trump ist nur ein Symptom einer gesellschaftlichen Entwicklung. Und als Nebeneffekt könnte in dem Widerstand etwas Positives entstehen. Ob das aber zur Wirkung kommt, überhaupt gelassen wird, wird man noch sehen.“

Nicht nur die Politik ärgert ihn, auch für die Filmbranche findet Waltz kritische Worte: Diese sei nur an „Content“ interessiert, und damit meine er nicht die ursprüngliche Bedeutung des Wortes, Inhalt. Die Filmindustrie sei „Kapitalismus in Reinkultur“. Dass es immer mehr Filme gebe, um den steigenden Bedarf von Streaming-Diensten zu decken, heiße nicht, dass es auch immer mehr gute Filme gebe: „90 Prozent aller Filme sind Scheißdreck“.

Kein Fan von Football

Dass sich Waltz kein Blatt vor den Mund nimmt, konnte man vor Kurzem auch in der Talkshow von Jimmy Fallon sehen, wo er zu Gast war. Dort macht er sich über den Lieblingssport der Amerikaner, Football, lustig. Und ließ den Moderator lange deutsche Worte erraten, unter anderem „Sitzpinkler“.

>> Zum vollständigen Interview (kostenpflichtig)

(Red.)

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