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Ein Tag mit den poetischen Iren: Die schönsten Filme zum St. Patrick's Day auf Netflix, Amazon & Co.

Der St. Patrick's Day am 17. März bietet die Gelegenheit zur Erkundung irischen Filmschaffens: „Die Melodie des Meeres“, „Brooklyn“ über irische Emigration oder eine der vielen Dokus über die Grüne Insel.

„Die Melodie des Meeres“: Bub Ben hat Angst vor Wasser. Zurecht?
„Die Melodie des Meeres“: Bub Ben hat Angst vor Wasser. Zurecht?
„Die Melodie des Meeres“: Bub Ben hat Angst vor Wasser. Zurecht? – Cartoon Saloon

Die Melodie des Meeres

Von Tomm Moore, 2014
Zu sehen auf Amazon

Er gilt als erster christlicher Missionar Irlands: Der heilige Patrick, ein Bischof, lebte im 5. Jahrhundert. Was er wohl dazu sagen würde, dass sein Namenstag am 17. März heutzutage vor allem von jungen Leuten allüberall mit ausgelassenem Feiern und Schabernack begangen wird? Flüsse grün färben, Paraden, Konzerte, Maskeraden, Hauptsache alles im grünen Bereich und das Guinness ist kalt. Oder der Whisky. Sie können es sich natürlich auch daheim mit einem Gläschen gemütlich machen und diesen bezaubernden Film anschauen, der Menschen jeden Alters in die Kinderzeit katapultiert: Ben lebt mit seinem Hund Cú im Leuchtwärterhaus auf einer kleinen Insel. Da verschwindet seine hochschwangere Mutter. Sechs Jahre später treffen wir den Buben wieder, er ist ein übler Rabauke, der sich weigert, seine kleine Schwester Saoirse zu beschützen. Diese ist stumm, der Vater depressiv und die Oma, die zu Besuch kommt, bekrittelt alles und jeden. Saoirse aber hat ein Geheimnis. Und welche Rolle spielen hier Selkies, Robben, die sich in Menschen verwandeln, sowie die Ur-Gottheit Macha? „Ein filmmusikalisches Wunderding“, schrieb Markus Keuschnigg in seiner „Presse“-Rezension über dieses großteils handgezeichnete Meisterwerk.

 

Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten

Von John Crowley, 2015
Zu sehen auf Amazon

„Irland hat der Welt weit mehr gegeben als Stereotypen“, ist auf der Homepage des Epic, Irish Museum for Emigration, zu lesen, wo der St. Patrick's Day ausführlich gefeiert wird und zwar abseits vom Leprechaun, dem irischen Nationalkobold. Sollten sie gerade zufällig nicht in Dublin sein und auch keine Gelegenheit haben, das lebendige Freilichtmuseum Ulster American Folk Park zu besuchen, empfiehlt sich dieser Film: Eilis Lacey (gespielt von Saoirse Ronan, die gerade als Mary Stuart im Kino zu sehen war) wandert 1951 nach Brooklyn aus, wo sie sich in den Italiener Tony verliebt – doch auch in der Heimat wartet ein heiratswilliger junger Mann. Historisch detailgetreues Gefühlskino nach einem Drehbuch von Popliterat Nick Hornby („About a boy“) und einem Roman von Colm Tóibín („Marias Testament“, mit Nicole Heesters im Theater in der Josefstadt zu sehen).

 

Philomena

Von Stephen Frears, 2013
Zu sehen auf Netflix

Stephen Frears, royaler Chronist („The Queen“) verfolgt hier einen Skandal, die Ausbeutung lediger Mütter in Irland. Die pensionierte Krankenschwester Philomena gesteht ihrer Tochter, dass sie einst einen unehelichen Sohn hatte. In einem Magdalenenheim (nach der biblischen Sünderin) musste sie büßen, das Kind wurde zur Adoption frei gegeben. Ein Journalist versucht den Fall zu recherchieren, doch die Unterlagen sind verbrannt. Nach einer wahren Geschichte. Judy Dench bezaubert als halb eingeschüchterte, halb hoffnungsfrohe Philomena. Dench begeisterte zuletzt auch im Frears-Film „Victoria & Abdul“ (2017, Amazon Prime) als Monarchin mit späten Frühlingsgefühlen.

 

In einem fernen Land

Von Ron Howard, 1992
Zu sehen auf Sky

Hochkarätig besetztes Auswandererepos mit den noch jugendlichen Stars Nicole Kidman und Tom Cruise, in dem zu sehen ist, auf welch brutale Weise Siedler in Amerika um Land kämpfen mussten. Irland Ende der 1880er Jahre: Farmersohn Joseph Donnelly (Cruise) macht Großgrundbesitzer Christie für den Tod seines Vaters verantwortlich, Christies Tochter Shannon (Kidman) flieht mit Donnelly nach Übersee. Er kommt als ihr Diener mit, weil Frauen nicht alleine reisen dürfen. Hürdenreich und westernartig wirkt die Annäherung von Donelly und Shannon, es beginnt mit einer Mistgabel.

 

The Happy Prince

Von Rupert Everett, 2018
Zu sehen auf Amazon

Der Brite Rupert Everett war Sänger („Generation of Loneliness“) und Romanautor. Bei seinem Debüt als Regisseur spielt er selbst die Hauptrolle in „The Happy Prince“ über die letzten Lebensjahre Oscar Wildes (1854-1900). Der Dichter von „Salome“ und „Bunbury“ ist nach dem Ende seiner Haft wegen Unzucht nach Paris geflohen, wo er sich nach seinen Kindern sehnt, aber auch so exzentrisch wie charmant Hof hält, solange er kann. Wildes Ende war tragisch. Colin Firth steht ihm als Freund treu zur Seite. Colin Morgan ist die ideale Besetzung für Wildes so schönen wie bösartigen Lover Lord Douglas. Fantasie und Verleugnung der Realität sind in diesem Film so einnehmend wie opulent miteinander verflochten.

 

Die Asche meiner Mutter

Von Alan Parker, 1999
Zu sehen u.a. auf Amazon (leihen ab € 0.98)

Eine arme, irische Familie schlägt sich im Limerick der 1930er Jahre mühsam durch, nachdem der Alkoholiker-Vater sie verlassen hat: Millionen Leser weinten über Frank McCourts Roman, den Alan Parker warmherzig und genau verfilmte.

 

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