Wiens Sommerkinos: Vom Gemeindebau bis zum Mond

Open-Air-Aufführungen gibt es heuer unter anderem im MQ,  am Augartenspitz, oder am Rathausplatz. Neu dabei ist das "Kaleidoskop" am Karlsplatz.

Am Karlsplatz folgt das neue Filmfest "Kaleidoskop" bei freiem Eintritt dem "Kino unter Sternen" nach.
Am Karlsplatz folgt das neue Filmfest "Kaleidoskop" bei freiem Eintritt dem "Kino unter Sternen" nach.
Am Karlsplatz folgt das neue Filmfest "Kaleidoskop" bei freiem Eintritt dem "Kino unter Sternen" nach. – (c) Kino unter Sternen

Da nun wettertechnisch endlich der Sommer in Wien Einzug gehalten hat, kann nun beruhigt die Open-Air-Kinosaison gestartet werden: Jahr für Jahr sind die Filmstätten unter freiem Himmel bei den Besuchern beliebt, teilweise bei freiem Eintritt. Gleich mehrere Festivals setzen anlässlich diverser Jubiläen - von 50 Jahre Mondlandung, 30 Jahre Mauerfall bis hin zu 100 Jahre Gemeindebau - Schwerpunkte.

Der Anfang wurde bereits gemacht, schon seit Ende Mai tourt das "VOLXkino" - heuer in der 30. Saison - durch die Bezirke der Stadt und lädt zum Gratisfilmschauen. Das Konzept: Die Leinwand wird auf öffentlichen Plätzen oder Märkten und sogar am Stadtrand ausgerollt - also an jenen Orten, an denen sonst nicht so viel Kino passiert. Gezeigt wird bis 16. September eine Mischung aus zeitlosen Klassikern, österreichischen Filmen und Dokumentationen.

Einige Beispiele aus dem Programm: die Austro-Doku "Ausländer raus! Schlingensiefs Container", "The Sisters Brothers" mit Joaquin Phoenix und Jake Gyllenhaal oder "Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Kleiderschrank feststeckte". Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums des Gemeindebaus (1919 wurde mit der Errichtung des ersten städtischen Wohnbaus gestartet, Anm.) macht das "VOLXkino" heuer auch in sechs Gemeindebauten halt. Ein weiteres Special ist unter anderem das "Stumm & Laut"-Filmfest am Columbusplatz, bei dem vom 22. bis 24. August historische Stummfilme mit Livemusik gezeigt werden.

Auch das "Kino am Dach" läuft bereits. Die Freiluftveranstaltung wird auf der Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz abgehalten. Dort werden bis 8. September rund 100 Filme aus diversen Genres gezeigt - von der französischen Komödie "Monsieur Claude 2" über die US-Doku "Generation Wealth" bis hin zu österreichischem wie Eva Spreitzhofers "Womit haben wir das verdient?", ein Film der sich mit dem Thema "Kopftuch" auseinandersetzt .

Zwei inhaltliche Specials gibt es heuer anlässlich von 50 Jahre Mondlandung und 30 Jahre Mauerfall. Am 21. Juli, auf den Tag genau ein halbes Jahrhundert nach dem historischen Ereignis am Erdtrabanten, wird zum Beispiel Duncan Jones Science-Fiction-Werk "Moon" gezeigt. Mit "Good Bye, Lenin!" wird wiederum dem Anfang vom Ende der DDR Tribut gezollt.

Am 12. Juli startet im Museumsquartier das Freiluftkino "Frameout" - bei freiem Eintritt bis Ende August freitags im Haupthof und samstags in Hof 8. Dann wird bei Einbruch der Dunkelheit Heimisches und Internationales gezeigt. Das konkrete Programm ist noch nicht bekannt. Auf der Webseite stellen die Veranstalter für heuer aber eine besonders große Vielfalt in Aussicht.

Beliebt ist auch das "Arena-Sommerkino" auf dem gleichnamigen Event-Areal in der Baumgasse. Dort wird an mehreren Terminen (15., 16.,17., 19. und 21. bis 28. August) Unterhaltendes oder auch Lehrreiches gezeigt - von "Waldheims Walzer" bis hin "The Rocky Horror Picture Show". Fast schon im Kontrast dazu ist die Location des "Kino im Kammergarten" vor der Orangerie des Unteren Belvederes. Unter dem Motto "Grünblick" werden dort vom 1. bis 25. August Filme rund ums Blühen, Wachsen und Gedeihen gezeigt. Der Eintritt ist mit gültigen Museumsticket oder der Belvedere-Jahreskarte möglich.

Gegen freie Spende können Cineasten das "dotdotdot Open Air Kurzfilmfestival" im Volkskundemuseum in der Josefstadt besuchen - bei Schönwetter im Garten, bei Schlechtwetter im Großen Saal im ersten Stock des Hauses. Die Veranstaltung läuft von 31. Juli bis 30. August. Schon zuvor, von 4. bis 25. Juli, gibt es mit dem "dotdotdot 4plus" ein Kurzfilmfestival für Kinder ab 4 Jahren.

"Kaleidoskop" folgt "Kino unter Sternen“ nach

Auch der Wiener Karlsplatz dient wieder als Location für Freiluft-Filme. Von 28. Juni bis 19. Juli läuft das neue Filmfest "Kaleidoskop" bei freiem Eintritt. Es handelt sich um das Nachfolgeprojekt von "Kino unter Sternen". Insgesamt werden 31 österreichische und internationale Produktionen gezeigt, angefangen von Spiel- über Dokumentar- bis hin zu Kurzfilmen. Allen gemein ist: Sie sollen die Vielfalt der Stadtgesellschaft, der Lebensentwürfe und Narrative vor Augen führen.

Das von manch einem als das schönste Freiluftkino Wiens titulierte "Kino wie noch nie" am Augartenspitz startet am 27. Juni in die Saison. Bis 25. August gibt es beliebte Filme aus dem vergangenen Kinojahr wie auch aktuelle österreichische und internationale Premieren. Als Beispiele seien "Bohemian Rhapsody" mit Oscar-Preisträger Rami Malek oder "Das melancholische Mädchen" als Premiere genannt. Ein Teil des Programm ist ebenfalls der Mondlandung bzw. dem Thema "Tanz und Film" gewidmet. Auch die Reihe "Cinema Sessions" findet heuer wieder statt - gleich zum Auftakt mit dem Klassiker "Cafe Elektric", musikalisch untermalt von Ernst Molden und Walther Soyka.

Nicht nur bei Filmfans beliebt, sondern auch als sommerlicher After-Work-Hotspot bekannt ist das Filmfestival am Rathausplatz, das heuer am 29. Juni startet. Während sich die Massen an den diversen Gastro-Ständen laben und an Cocktails nippen, gibt es filmische Untermalung mit den Schwerpunkten Musik, Oper und Tanz. Bis 1. September stehen unter anderem Aufzeichnungen von "Aida", "Nussknacker" oder auch einem Ed-Sheeran-Konzert auf dem Programm. Der Eintritt ist frei.

(APA)

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