Österreichischer Film: „Wir können uns nur mit Komödien durchsetzen“

Roland Teichmann ist seit 2004 der Chef des Österreichischen Filminstituts (ÖFI). Der „Presse“ erklärte er, wie die Filmförderung das Kinoprogramm formt und warum jeder Steuerzahler das Recht auf intelligente Komödien hat.

„Wir sind nicht die Oberlehrer der Filmschaffenden“, sagt Roland Teichmann. Einen Plan, wie das österreichische Kinoprogramm aussehen soll, hat die Fördereinrichtung aber wohl.
„Wir sind nicht die Oberlehrer der Filmschaffenden“, sagt Roland Teichmann. Einen Plan, wie das österreichische Kinoprogramm aussehen soll, hat die Fördereinrichtung aber wohl.
„Wir sind nicht die Oberlehrer der Filmschaffenden“, sagt Roland Teichmann. Einen Plan, wie das österreichische Kinoprogramm aussehen soll, hat die Fördereinrichtung aber wohl. – Clemens Fabry

Die Presse: Ihr Vertrag als ÖFI-Chef lief ursprünglich bis 30. Juni. Sechs Tage davor wurde er verlängert. Hatten Sie sich schon nach etwas anderem umgeschaut?

Roland Teichmann: Nein, ich wollte abwarten, was passiert. Gott sei Dank muss ich mir jetzt nichts anderes suchen! Das Thema Personalentscheidungen ist in dieser politischen Übergangszeit sicher heikel.

Ist Österreich ein filmproduktionsfreundliches Land? Bei Ihrem Antritt 2004 war Ihre Antwort eher: Nein.

Ich würde es inzwischen mit Jein beantworten. Es gibt kein Land, in dem alles einfach ist. Wir haben Wettbewerbsnachteile: Wir haben zum Beispiel kein Steuermodell, das schadet uns massiv als Standort. Jedes andere europäische Land setzt durch Steuerbegünstigungen Anreize für nationale oder internationale Produktionen. Die letzte Regierung hatte einen sehr konkreten Plan dazu im Rahmen der Steuerreform. Jetzt muss man schauen, ob der Plan aufrecht bleibt. Es ist auch schade, dass sich das Privatfernsehen in Österreich noch nicht wirklich im Kinobereich engagiert. Auch die Brücke zu neuen Partnern im Streaming ist noch nicht geschlagen. Amazon, Netflix und Co. machen tolle Filme. Da braucht man keine Pfui-Gefühle zu haben.

Soll ein Film, der von Netflix mitfinanziert wurde, dann noch im Kino laufen?

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.07.2019)

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