Filmfestspiele von Venedig: Batmans Erzfeind triumphiert

Der Goldene Löwe der 76. Filmfestspiele von Venedig ging an den Antisuperheldenfilm »Joker« - seit seiner Premiere ein Favorit. Auch Roman Polanski wurde ausgezeichnet.

Joker als geschröpfter Wutbürger: Joaquin Phoenix im Film über die Entstehungsgeschichte von Batmans Erzfeind.
Joker als geschröpfter Wutbürger: Joaquin Phoenix im Film über die Entstehungsgeschichte von Batmans Erzfeind.
Joker als geschröpfter Wutbürger: Joaquin Phoenix im Film über die Entstehungsgeschichte von Batmans Erzfeind. – (c) © 2018 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved

Wer zuletzt lacht, lacht am besten: Der Hauptpreis des heurigen Filmfestivals von Venedig ging Samstagabend an „Joker“. Die ambitionierte Studioproduktion inszeniert die Entstehungsgeschichte von Batmans clowneskem Erzfeind als düstere Hommage an das Hollywood-Kino der 1970er - und an die ungemütlichen Männerfiguren von Martin Scorsese, dessen beißende Showbiz-Satire „The King of Comedy“ Pate stand. Dort spielte Robert de Niro einen Möchtegern-Comedian, der auf der verzweifelten Suche nach Ruhm und Erfolg zu drastischen Mitteln greift.

Hier gibt er selbst einen unsympathischen Talk-Show-Moderator, der sich über die Hauptfigur lustig macht: Breitwandneurotiker Joaquin Phoenix gibt den Bösewicht in spe als psychisch labilen Außenseiter mit schmerzhaften Lachkrämpfen, der verquere Komiker-Ambitionen hegt – und irgendwann das ganze Leben als Witz sieht. Eine Symbolfigur für geschröpfte Wutbürger der Gegenwart, Fürsprecher des Films priesen ihn als radikale Blockbuster-Subversion – ab 11. Oktober läuft er auch in Österreich. Die Trophäe bedeutet einen Prestige-Quantensprung für Regisseur Todd Phillips, der bislang vor allem für die brachialkomischen „Hangover“-Komödien bekannt war.

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