„Lillian“: Eine Frau will verschwinden

In seinem ersten Spielfilm schickt der österreichische Dokumentarist Andreas Horvath eine junge Russin auf einen Gewaltmarsch durch die USA. Unterwegs formt sich das Bild eines unbekannten Amerikas.

Lillian (Patrycja Płanik) wandert stumm. Inspiriert ist der Film von der US-Immigrantin Lillian Alling, die 1920 zu Fuß in ihre Heimat zurückkehren wollte.
Lillian (Patrycja Płanik) wandert stumm. Inspiriert ist der Film von der US-Immigrantin Lillian Alling, die 1920 zu Fuß in ihre Heimat zurückkehren wollte.
Lillian (Patrycja Płanik) wandert stumm. Inspiriert ist der Film von der US-Immigrantin Lillian Alling, die 1920 zu Fuß in ihre Heimat zurückkehren wollte. – (c) Stadtkino

Das Roadmovie gilt als utopisches Genre. Reisende, die ausbüxen, um Freiheit zu finden. Die sich der weiten Welt zuwenden, um neue Erfahrungen zu sammeln. Und irgendwann einen sicheren Hafen ansteuern. Mit ihren endlosen Highways und popmythisch aufgeladenen Landschaften eignen sich die USA besonders gut für solche Erzählungen. Selbst Europäer wie Wim Wenders und Aki Kaurismäki zieht es immer wieder dorthin. Doch es gibt auch eine andere Traditionslinie des Vagabundenkinos. Eine, die von Abkehr handelt, von Flucht und Verweigerung. Ihre Protagonisten sind keine Sinnsucher. Sie wollen schlichtweg verschwinden.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.09.2019)

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