Filmkritik: "Der fremde Sohn"

Unglaubliche Geschichten: Einer Mutter, deren Sohn verschwunden ist, wird von der Polizei ein anderes Kind zurückgebracht.

(c) Filmstudio

Unglaublich an Clint Eastwoods epischem Krimidrama Der fremde Sohn ist nicht nur, dass es ihm gelungen ist, eine bemerkenswerte schauspielerische Leistung aus Hauptdarstellerin Angelina Jolie herauszuholen. Noch viel unglaublicher ist die (wahre) Geschichte, auf der es basiert: In den 1920ern wird einer Mutter, deren Sohn verschwunden ist, von der Polizei ein anderes Kind zurückgebracht und die fassungslose Frau erst einmal überredet, das hinzunehmen (der Originaltitel Changeling – Wechselbalg – beschreibt die unbehagliche Situation treffender). Als sie sich zu wehren beginnt, führt das zu Verwicklungen, die sich kein Mensch ausdenken könnte.

Als Regisseur scheint Eastwood immer mehr fasziniert von solchen unglaublichen Erzählungen: Nächstes Monat folgt sein Film Gran Torino, in dem er auch die Hauptrolle spielt – zum letzten Mal: Dieses nicht bloß unglaubliche, sondern schier unfassbare Psychodrama ist als Abschied von Eastwoods mythischer Star-Persona konzipiert. Danach will sich Eastwood ganz dem Regieführen zuwenden. Das erste Projekt: The Human Factor, die unglaubliche Geschichte von Nelson Mandelas Engagement für ein weißes Rugby-team.

Der fremde Sohn, ab 23. 1.

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