Nach legendärem Oscar-Patzer nun dreifache Kontrolle

Die beiden PwC-Mitarbeiter, die vergangenes Jahr die Umschläge vertauschten, haben nun Hausverbot. Die Firma ist aber weiter an Bord.

Jimmy Kimmel steht am Sonntag erneut auf der Bühne. Die Therapie hat offenbar gewirkt.
Jimmy Kimmel steht am Sonntag erneut auf der Bühne. Die Therapie hat offenbar gewirkt.
Jimmy Kimmel steht am Sonntag erneut auf der Bühne. Die Therapie hat offenbar gewirkt. – APA/AFP/MARK RALSTON

Vor einem Jahr flanierten Brian Cullinan und Martha Ruiz noch über den roten Teppich, doch damit ist es vorbei: Es gibt ein striktes Oscar-Verbot für die langjährigen Mitarbeiter der Prüfgesellschaft PricewaterhouseCoopers, kurz PwC. Schließlich wird ihnen einer der größten Patzer in der Geschichte der glamourösen Filmpreise zugeschrieben.

Es waren Ruiz und Cullinan, die Backstage die Umschläge mit den Namen der Gewinner verteilten. Nach alter Tradition kannten nur die PwC-Auserwählten die Gewinner. Unter Polizeischutz brachten sie zwei identische Sets der Siegerkarten ins Dolby Theatre und drückten hinter der Bühne den Laudatoren die Umschläge in die Hand. Das ging vergangenes Jahr spektakulär daneben. Faye Dunaway nannte als besten Film "La La Land". Während die Produzenten des Filmmusicals schon ihre Dankesreden hielten, wurde nach Schreckensminuten korrigiert: Das Drama "Moonlight" ist der Gewinner. Minutenlanges Chaos auf der Bühne. Das Missgeschick passierte hinter der Bühne, wo Beatty und Dunaway schlicht den falschen Umschlag erhalten hatten. 

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Nun also die Frage: Wie kann ein derartiger Patzer bei der 90. Jubiläumsgala verhindert werden? Ruiz und Cullinan haben nach Entscheid der Oscar-Akademie nun Hausverbot. Mit der Firma PricewaterhouseCoopers, die seit mehr als 80 Jahren für die geheime Auszählung der Oscar-Gewinner verantwortlich ist, wird aber weiter kooperiert. Sie schicken am Sonntag den Veteranen Rick Rosas ins Rennen, der schon vierzehn Mal die Umschläge austeilte.

Ihm stehen zwei weitere Prüfer zur Seite, also statt doppelter nun dreifache Kontrolle. Auch Tim Ryan, US-Chef des Unternehmens, will persönlich bei der Oscar-Show anwesend sein. Zudem gilt ein Handy-Verbot. Das Posten von Fotos, Kommentaren oder Tweets in den sozialen Medien ist für PwC-Mitarbeiter Backstage tabu.

Die Oscar-Akademie reagiert auf den Fauxpas inzwischen auch mit Humor. Bei dem chaotischen Ende der Show sagte Gastgeber Jimmy Kimmel mit einem Augenzwinkern: "Ich verspreche, ich komme nie wieder." Nun steht er am Sonntag erneut auf der Bühne. In einem Werbespot auf einer Therapeuten-Couch witzelte er kürzlich, er träume jede Nacht von der Panne und könne seine Briefumschläge nicht mehr öffnen. Am Ende des Videos entpuppt sich Warren Beatty als sein Psychotherapeut.

 

Es ist noch ein Geheimnis, welche Laudatoren beim Finale der diesjährigen Show den Gewinner in der Königskategorie "Bester Film" verlesen. Vermutlich nicht die "Bonnie und Clyde"-Kollegen Beatty und Dunaway. Es wäre eine gute Gelegenheit, die Macher des Oscar-Preisträgers "Moonlight" auf die Bühne einzuladen. Schließlich wurde ihr Triumph von dem Chaos vor einem Jahr überschattet. Den eigentlichen Gewinnern des Abends blieben nur wenige Minuten im Rampenlicht, um gebührend gefeiert zu werden.

 

(APA/dpa)

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