Markus Poschner wird neuer Linz Opern- und Orchesterchef

Poschner wurde aus insgesamt 120 Bewerbern ausgewählt. Die Latte wurde durch Dennis Russell Davies hoch gelegt, Landeshauptmann Josef Pühringer empfiehlt: "Bitte springen."

(c) APA/EPA/RUBRA (RUBRA)

Der derzeitige Generalmusikdirektor der Freien Hansestadt Bremen und Chefdirigent der Bremer Philharmoniker Markus Poschner (44) wird Opernchef des Landestheaters und Chefdirigent des Brucknerorchesters Linz. Das gab Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) als Kulturreferent des Landes in einer Pressekonferenz Sonntagnachmittag bekannt.

Poschner wurde aus insgesamt 120 Bewerbern ausgewählt. Er wird mit einem Fünf-Jahres-Vertrag die Funktionen ab der Spielzeit 2017/2018 übernehmen und damit Dennis Russell Davies nachfolgen, der aus Altersgründen abtritt. Poschner wurde am 1. Februar 1971 in München geboren. Nach seinem Studium und Assistenz von Sir Roger Norrington und Sir Colin Davis war er von 2000 bis 2006 Chefdirigent des Georgischen Kammerorchesters Ingolstadt, danach Erster Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin. Seit 2007 ist er in seinen aktuellen Funktionen in Bremen.

Mit Beginn der Saison 2015/2016 wird Poschner auch die Position des Chefdirigenten des Orchestra della Svizzera Italiana in Lugano, dem einzigen Rundfunkorchester der Schweiz übernehmen. Zudem wurde er schon von zahlreichen renommierten Klangkörpern und Opernhäuser als Gast eingeladen. Darunter befinden sich die Staatskapelle Dresden, die Bamberger Symphoniker, die Wiener Symphoniker, das Tokio Metropolitan Orchestra, die Oper Frankfurt und das Opernhaus Zürich. Die Universität Bremen ernannte ihn im Juli 2010 zum Honorarprofessor am Institut für Musikwissenschaft.

"Ich bin mir der Verantwortung bewusst"

Poschner wollte sich vorerst nicht zu seinen Vorstellungen über Repertoire, Gastdirigenten oder Vorlieben bei Inszenierungen festlegen. Zum Genius Loci Anton Bruckner befragt sagte er: "Ich bin mir der Verantwortung bewusst: Ein großes Tor, durch das ich muss und will". Vor zwei Jahren sprang er kurzfristig für die beiden Eröffnungskonzerte der OÖ Stiftskonzerte ein und hatte dort erstmals Kontakt mit dem Brucknerorchester. "Es hat damals schon gefunkt: Ein hoch motiviertes, leicht entflammbares und hervorragend disponiertes Orchester". Auf Linz freut er sich schon: "Eine kunstbesessene und kunstentschiedene Stadt". In den kommenden zweieinhalb Jahren möchte er oft dorthin kommen.

Pühringer sieht diesen Zeitraum als Möglichkeit aus Bekanntschaft eine Freundschaft zu entwickeln. Die Fachjury zur Bestellung, an deren Entscheidung er sich vorweg gebunden habe, "konnte aus dem Vollen schöpfen", sagte er. Die Bewerbung seien aus der "ersten Liga" gekommen. "Dennis Russell Davies hat die Latte hoch gelegt. Daher war klar, dass sein Nachfolger nicht irgendwer sein kann". Für Poschner habe neben seiner Qualifikation auch gesprochen, dass ihm das Publikum nicht egal sei. Er schaue zwar nicht dem Volk aufs Maul, aber das Publikum sei ein wesentlicher Faktor. Zudem lege er Wert auf ein gutes Klima mit den Mitgliedern des Orchesters und nahezu alle hätten sich für ihn ausgesprochen. Auch die Jury habe schneller als erwartet entschieden und dabei einstimmig für ihn gestimmt. "Die Latte ist hoch gelegt - bitte springen", forderte der Landeshauptmann Poschner abschließend auf.

(APA)

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