Salzburg: Lorenzo Viotti siegt bei Young Conductors Award

Der Sohn des frühverstorbenen Dirigenten Marcello Viotti gewann den diesjährigen Dirigentenwettbewerb der Salzburger Festspiele.

SALZBURGER FESTSPIELE: YOUNG CONDUCTORS AWARD 2015
SALZBURGER FESTSPIELE: YOUNG CONDUCTORS AWARD 2015
Nestle-Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck-Letmathe, Dirigent Lorenzo Viotti, Festpielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und der Juryvorsitzende Dennis Russell Davies – (c) APA/MARCO BORRELLI (MARCO BORRELLI)

Lorenzo Viotti, Sohn des frühverstorbenen, auch hierzulande viel beschäftigten Dirigenten Marcello Viotti, gewann den diesjährigen Young Conductors Award der Salzburger Festspiele. Mit zündenden Interpretationen von Werken Mozarts, Schuberts und des rhythmisch heiklen Werks "Sortilegis" von Xavier Mosalvatge (1912-2002), das er ebenfalls auswendig dirigierte, überzeugte Viotti Publikum und die von Dennis Russell Davies präsidierte Jury. Lorenzo Viotti, Absolvent der Dirigentenklasse von Georg Mark am Wiener Konservatorium, steht damit bei einem Konzert im Festspielsommer 2016 am Pult des RSO Wien. Der 25-jährige Schweizer konnte sich gegen 64 weitere Kandidaten aus fünf Kontinenten und 31 Ländern durchsetzen. Er hielt ein Preisgeld von 15.000 Euro.

"Es war ein Privileg, drei begabte junge Dirigenten bei der Arbeit zu beobachten. Alle drei haben eine brillante Zukunft vor sich. Aber die Jury meinte, dass der Gewinner - Lorenzo Viotti - an diesem Punkt seiner Entwicklung den anderen zwei ein paar Schritte voraus ist. Er steht in den Startlöchern dessen, was nach unser aller Meinung eine bedeutende Karriere wird", sagte Davies bei der Bekanntgabe des Preisträgers 2015 am Montag.

Der Preisträger selbst sagte: "Ich konnte mit der Camerata Salzburg vom ersten Moment weg eine spezielle Beziehung erleben. Daher verspürte ich keinen Wettbewerbsdruck. Ich bin sehr stolz, und ich werde das nicht vergessen."

Zur Person

Der am 15. März 1990 geborene Schweizer Lorenzo Viotti wuchs in einer italienisch-französischen Musikerfamilie auf und studierte Klavier, Gesang und Schlagzeug in Lyon. 2009 zog er nach Wien, um sich als Schlagzeuger zu spezialisieren und Orchesterdirigieren am Konservatorium Wien zu studieren. In dieser Zeit konnte Viotti bei zahlreichen Orchestern in Wien und auch bei den Wiener Philharmonikern Erfahrung als Perkussionist sammeln. Als Dirigent hatte Viotti 2013 sein Debüt im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins mit dem Akademischen Symphonie Orchester Wien.

 

Sein Dirigierstudium setzte Viotti bei Nicolas Pasquet an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar fort, was ihn zu seinem Debüt mit der Jenaer Philharmonie im Jahr 2013 führte. Im gleichen Jahr folgte sein erfolgreicher erster Auftritt mit dem Orchestre Philharmonique de Nice, welches Viotti mittlerweile regelmäßig dirigiert.

Im Sommer 2013 erfolgte sein Operndebüt mit Mozarts Le nozze di Figaro im Schlosstheater Schönbrunn. Im selben Jahr gewann er den 11. Internationalen Dirigentenwettbewerb von Cadaques in Spanien, wo er sich gegen 70 Konkurrenten durchsetzen konnte, und auch den MDR-Dirigierwettbewerb.

 

 

 

 

 

(APA/red.)

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