Oper: Die delikate Tristesse der Monroe

Kritik „Marilyn Forever“, Gavin Bryars Kammeroper über Sex und Selbstzerstörung am Beispiel Marilyn Monroes, faszinierte im Kasino Schwarzenberg.

Rebecca Nelsen wurde für ihre Darstellung der Monroe zurecht intensiv bejubelt.
Rebecca Nelsen wurde für ihre Darstellung der Monroe zurecht intensiv bejubelt.
Rebecca Nelsen wurde für ihre Darstellung der Monroe zurecht intensiv bejubelt. – (c) Volksoper

Im Eröffnungstableau wird die Nacht vom 5. auf den 6. August 1962 heraufbeschworen. Eine zierliche Gestalt, in einen lichtgrauen Morgenmantel gehüllt, schreitet zögerlich mit einem Strauß weißer Callas einher. Mit einer dieser so betörenden wie giftigen Blumen streichelt sie sich sachte übers Gesicht. Geziert knickt die texanische Sopranistin Rebecca Nelson als Marilyn Monroe ein, stürzt artistisch zu Boden. Über sie beugen sich sechs geschniegelte junge Herren, sie heben die Sterbende in einer kuriosen Choreografie auf und legen sie auf ein rundes Lotterbett. Dort träumt sie von essenziellen Lebenskonflikten: „Soll ich den Moment verweigern oder hinaustreten?“, lautet eine Schlüsselfrage.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.04.2018)

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