Zwischentöne

Aufwühlende Klänge von Bruckners „dummem Franzosen“

Via CD kann man die Musik eines Pioniers des Ausdruckstanzes und der rhythmischen Pädagogik entdecken, der 1865 in Wien geboren wurde.

Manchmal springen uns die ersten Töne einer unbekannten Komposition an wie ein Raubtier – und die Musik lässt uns danach nicht mehr los. Jüngst erging es mir so beim Abhören einer neuen CD des englischen Labels Nimbus, das für musikhistorische Ausgrabungen aller Art berühmt wurde und soeben Werke von ?mile Jaques-Dalcroze herausgebracht hat.
Das Programm beginnt mit der „Tragédie d'Amour“, gesungen von Elena Moşuc, begleitet vom Symphonieorchester aus Pressburg. Die Stimme der Sopranistin ist schwerer geworden, neigt schon zum Tremolieren, bündelt aber die sieben „Lieder“ ausdrucksstark zu einer dramatischen Szene, einer Art aufwühlenden Miniaturoper über eine Frau, die zwischen zwei Männern steht. Deren einer tötet den Rivalen, um dann freilich Opfer eines im Zuge der erotischen Hingabe vollzogenen Racheakts der Angebeteten zu werden.

Das ist drin:

  • 2 Minuten
  • 359 Wörter

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