Staatsoper: „Freischütz“ jagt nach dem Einfall

KritikRegisseur Christian Räth will Webers „Freischütz“ zum Künstlerdrama umfunktionieren, erdrückt die Story aber durch widerstreitende Deutungsangebote.

Der Schauwert ist zugegeben beeindruckend: Andreas Schager als Max, Hans Peter Kammerer als Samiel.
Der Schauwert ist zugegeben beeindruckend: Andreas Schager als Max, Hans Peter Kammerer als Samiel.
Der Schauwert ist zugegeben beeindruckend: Andreas Schager als Max, Hans Peter Kammerer als Samiel. – (c) APA/MICHAEL PÖHN

Das Wichtigste zuerst: Die Staatsoper spielt wieder Carl Maria von Webers epochalen „Freischütz“, der 1821 uraufgeführt wurde und im Nu zur „Ursprungsurkunde der deutschen musikalischen Romantik, der deutschen Volksoper, vielleicht sogar einer spezifisch deutschen Musik schlechthin“ geworden ist, wie es Giselher Schubert einmal ausdrückte. Stimmt schon: Teufelspakt und Waldweben, was wäre „deutscher“? Weber nützte für die unheimliche Geschichte ziemlich alles, was damals möglich war, und erfand den Rest genial dazu: vom Volksliedtonfall über Erinnerungsmotive und Klangsymbole bis zu umstürzlerischen Instrumentaleffekten. Das nötigte Beethoven staunende Bewunderung ab.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.06.2018)

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