Grau in grau in Bachs geistlicher Seelenlandschaft

Das „Weihnachtsoratorium“ im ausverkauften Musikvereinssaal.

Gewiss, es ist immer ein dezenter Etikettenschwindel, Bachs Kirchenkantaten der Weihnachtsfeiertage als Oratorium anzubieten. Alle sechs auf einmal aufzuführen, verlangt dazu von Interpreten und Publikum eine gute Kondition. Respekt für die Jeunesse, die als Veranstalter dieses Mammutunternehmen stemmte. Adventstimmung kam auf, aber selbst Pauken und Trompeten taten sich schwer im Bemühen um einen Jubel, der der Frohbotschaft von Christi Geburt angemessen wäre. Obwohl die Prominenz der heimischen Barockspezialisten aufgeboten war, klang vieles pauschal und grau. Dabei könnte Bachs grandiose Musik so aufregend wirken, würde sie nur prägnant artikuliert und „sprechend“ formuliert.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.12.2018)

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