Jubelstimmung beim Wiener „Messias“

Musikverein. Händels „Messias“ mit dem Arnold Schoenberg Chor unter Erwin Ortner und der Lautten Compagney Berlin: Höhepunkte des Chorgesangs – und ein Tenor, der noch aus einem lapidaren Rezitativ ein Erlebnis macht.

An Klanggewalt denkt jeder, der den „Messias“ von Händel hört – und vor allem das „Hallelujah“ im Ohr hat. Natürlich war auch die traditionell kurz vor Weihnachten angesetzte Aufführung des Oratoriums in drei Teilen durch den Arnold Schoenberg Chor unter Erwin Ortner und die Lautten Compagney Berlin von Brillanz und Jubelstimmung geprägt. Doch Ortner ging es hörbar nicht darum, mit markerschütternder Lautstärke – von Händels Zeitgenossen teils als „Wau-Wau-Stil“ kritisiert – aufzuwarten. Wohl dosiert und weich erklang das Zeugnis christlichen Glaubens, das Händel 1741 in nur drei Wochen komponierte (aber vielfach überarbeitete), das zu den bekanntesten, wenn auch untypischsten seiner Werke gehört, im Goldenen Musikvereinssaal. Ortner fand für jeden der vielen musikalischen Wesenszüge die passende Gangart. Mal ausschwingend, mal elegant, mal dramatisch, mal ruhevoll, mal himmelhoch jauchzend.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2018)

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