Konzerthaus: Konzert mit stürmischen Römern

KritikAntonio Pappano, das Orchestra dell'Accademia Nazionale und Lisa Batiashvili gastierten mit Mahler, Russen und Bartók in Wien: vital, aber auch ganz intim.

(c) Wiener Konzerthaus

Mit kleiner Verzögerung begann der erste der beiden Gastspielabende des römischen Orchesters im Konzerthaus, denn der Konzertmeister hatte seine Brille vergessen. Kaum war er auf seinem Platz zurück, stürmte Sir Antonio Pappano zum Pult. Mit derselben Zielstrebigkeit führte er seine auf diese Herausforderung bestens eingestellten Musiker in den Stirnsatz von Mahlers sechster Symphonie, der „Tragischen“. Wobei er meist so kräftig aufspielen ließ, dass manches melodische Lineament dieses Allegro energico, ma non troppo mehr erahnt werden musste als hörbar wurde. Fast erweckte diese überbordend temperamentvolle Darstellung den Eindruck, als nähme sie das effektvolle Symphoniefinale vorweg. Dieses erstand ungleich differenzierter. Auch hier: stetige Hochspannung.

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.05.2019)

Meistgekauft
    Meistgelesen