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Klassik im Netz: Der Staatsoperngeburtstag live im Wohnzimmer

Interessierte in aller Welt können dabei sein, wenn die Wiener Staatsoper mit einem veritablen Musiktheaterfest ihr Jubiläum feiert. Aber auch die Wiener können in die Musikwelt hinaus lauschen.

Benjamin Bruns und Olga Bezsmertna in „Dantons Tod“.
Benjamin Bruns und Olga Bezsmertna in „Dantons Tod“.
Benjamin Bruns und Olga Bezsmertna in „Dantons Tod“. – Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Ein Geburtstagsfest mit reichen Gaben

Die Staatsoper wird heute 150
Zu sehen auf staatsoperlive.com

Das Internet macht's möglich. Bei den Feierlichkeiten zum 150. Jahrestag der Eröffnung des Hofoperngebäudes an der Wiener Ringstraße kann die ganze Welt dabei sein. Davon wird vermutlich viel Gebrauch gemacht, den die Staatsoper dokumentiert auf ihre Weise ihren einzigartigen Status im internationalen Musikleben. Zelebriert wird zuallererst einmal mit einer Premiere von Richard Strauss' „Die Frau ohne Schatten“.
Die Premiere wird heute Abend ab 17.30 auch vom hauseigenen Videoteam gestreamt. Die Aufzeichnung ist für Abonnenten dann bis Dienstag (letzter Beginn: 16 Uhr) abrufbar.

Gestreamt wird auch das Jubiläumskonzert, morgen Sonntag. Vom Premieren-Team sind Nina Stemme, Naforniza und Camilla Nylund dabei, Weltstars wie Sonya Yoncheva, die sich bald in die Babypause verabschiedet, stehen neben Künstlerinnen, die aus Wiens Ensemble hervorgegangen sind. Arrivierte und neue Namen alternieren, Roberto Alagna und Benjamin Bernheim, Ferruccio Furlanetto und Günther Groissböck.

Im Stream ist außerdem Gottfried von Einems „Dantons Tod“ (mit Tomasz Konieczny, 29. Mai) und Massenets „Manon“ mit Nino Machaidze und Juan Diego Florez (9. Juni).

 

Historische Wiener Opern-Highlights

Aufnahmen aus den Archiven
Zu sehen auf myfidelio.at

Wiens Opernjubiläum beschäftigt auch die immer reicher bestückte Klassik-Plattform „Fidelio“. Mit der Staatsoper gibt es einen Kooperationsvertrag, der Abonnenten der Plattform ermöglicht, bei bestimmten Aufführungen live dabei zu sein. Zuletzt wurde Juan Diego Florez' animierter Auftritt an der Seite Margarita Gritskovas im „Barbier von Sevilla“ gezeigt. Nun folgt das Jubiläumskonzert am 26. Mai. Hinzu kommt ein Schwerpunkt von Aufzeichnungen aus dem Haus am Ring, der das Wiedersehen und Wiederhören mit legendären Produktionen der jüngeren Vergangenheit ermöglicht, von Massenets „Manon“ mit Netrebko und Alagna über „Anna Bolena“ mit Netrebko und Garanča, „Fanciulla del West“ mit Stemme und Kaufmann bis zu „Romeo et Juliette“ mit Florez und Garifullina. Die „Zauberflöte“ für Kinder nicht zu vergessen!

 

Frühlingstriebe nach Noten aus Wien

Philharmonisches unter Jansons
Zu sehen auf myfidelio.at

Wien steht aber überhaupt im Zentrum der „Fidelio“-Aktivitäten. Gleich nach dem Staatsopern-Jubiläum dürfen Abonnenten des Streamingdienstes beim nächsten Abonnementkonzert der Wiener Philharmoniker im Musikverein zu Gast sein. Am 2. Juni dirigiert Publikumsliebling Mariss Jansons Hector Berlioz' „Sinfonie fantastique“ und – hoffentlich glückt die Beschwörung endlich! – die Erste, die „Frühlingssymphonie“ von Robert Schumann.

 

Rache-Gelüste und musikalische Neugier

Berliner Philharmoniker, online
Zu sehen auf digitalconcerthall.com

Ein kleiner Rückblick auf die Osterfestspiele – nicht die heimischen, sondern jene in Baden Baden, wo die Berliner Philharmoniker seit ihrem Auszug aus Salzburg Hof halten. Diesmal unter Zubin Mehtas Leitung. Man gab Verdis „Otello“ mit Arsen Soghomonyan, Sonya Yoncheva und Luca Salsi – und wie gewohnt gab es eine konzertante Voraufführung in der Philharmonie, die im „Digitalen Konzertsaal“ abrufbar ist.
Jüngster Neuzugang im luxuriösen Online-Archiv der Berliner ist übrigens ein Konzert unter Herbert Blomstedt vom 18. Mai, in dem der Altmeister nach Beethovens Zweitem Klavierkonzert mit Yefim Bronfman die Zweite Symphonie von Wilhelm Stenhammar dirigierte. Für Internet-Gäste erläutert Blomstedt die Rarität im Fachgespräch. Repertoireerweiterung auf höchstem Niveau, exzellent aufbereitet.

 

Verdi-Dreisprung und römische Veduten

Verdi und Händel frei Haus
Zu sehen auf operavision.eu

Apropos Luca Salsi: Der Bariton ist demnächst der Simon Boccanegra der Salzburger Festspiele. Er war nicht nur Mehtas Jagon, sondern auch der Titel(anti)held in einer bemerkenswerten Produktion von Verdis „Macbeth“ in Florenz. Im Teatro La Fenice war Vittoria Yeo die Lady – die Aufzeichnung der von Myung Whun-Chung dirigierten Premiere ist auf der kostenlosen Plattform „Operavision“ nur noch bis 6. Juni online. Neu kommt ab 12. Juni die Aufzeichnung einer Produktion vom englischen Grange Festival hinzu: Walter Sutcliffes hintergründige Neuproduktion von Händels „Agrippina“ mit Anna Bonitatibus in der vielschichtigen und vom Komponisten mit allen erdenklichen vokalen Herausforderungen bedachten Titelpartie.

 

1000 Stimmen beim Festwochen-Auftakt

Mahlers „Achte“ unter Welser-Möst
Zu sehen auf takt1.de

Franz Welser-Möst dirigierte Gustav Mahlers „Symphonie der Tausend“ mit Singverein, Singakademie, Sängerknaben, Philharmonikern und acht Solisten dazu – eine Herausforderung auch für die Aufnahmetechnik . . .

 

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