Mozart mit Pollini und Muti beim Ravenna-Festival

Sie werden die beiden Klavierkonzerte kommende Saison auch im Wiener Musikverein aufführen.

Zu den Höhepunkten des Festivals zählen heuer ein Gastspiel von John Neumeiers Hamburger Balletttruppe (Archivbild Jänner 2019).
Zu den Höhepunkten des Festivals zählen heuer ein Gastspiel von John Neumeiers Hamburger Balletttruppe (Archivbild Jänner 2019).
Zu den Höhepunkten des Festivals zählen heuer ein Gastspiel von John Neumeiers Hamburger Balletttruppe (Archivbild Jänner 2019). – (c) imago/Chris Emil Janßen (Chris Emil Janßen)

Seit drei Jahrzehnten mutiert Ravenna im Mai und Juni zur Festspielstadt. Musik, Tanz, Theater ziehen ein in die historischen Gebäude der Altstadt und den weniger atmosphärischen, dafür vielen Zuhörern Platz bietenden Palazzo Mauro De André. Kultur in ihrer ganzen Vielfalt zu zeigen, ist Anliegen dieses von Cristina Mazzavillani-Muti gegründeten Festivals, das auch Jungen eine Chance zu Auftritten in einem besonderen Ambiente bietet. Etwa dem 2004 von Riccardo Muti gegründeten Orchestra Giovanile Luigi Cherubini, das sich 2005 im Teatro Alighieri erstmals der Öffentlichkeit präsentierte. So erfolgreich, dass der damals zum Salzburger Festspielintendanten gekürte Jürgen Flimm und sein Musikdirektor, Markus Hinterhäuser, Muti und dieses neue Orchester spontan einluden, für einige Jahre das Programm der Salzburger Pfingstfestspiele zu kuratieren. Längst zählt dieses Jugendorchester zu den wichtigsten seiner Art.

Zu den Höhepunkten des Festivals zählen heuer ein Gastspiel von John Neumeiers Hamburger Balletttruppe, ein Konzert des Orchestre National de France mit Antoine Tamestit als Solist von Berlioz' „Harold in Italien“, eine Neuadaption von Sophokles' „Ödipus auf Kolonos“ von Ruggero Cappuccio, ein Pink-Floyd-Abend und eine Theodorakis-Hommage.

 

„Bolero“ mit vitaler Kraft

Auf das heurige Festspielmotto „Per l'alto mare aperto“ nahm gleich das Eröffnungskonzert mit Mendelssohns Konzertouvertüre „Meeresstille und glückliche Fahrt“ Bezug. Ein Werk, das weniger mit Effekt kokettiert als auf subtile Momente und elegante Übergänge setzt, den Ausführenden differenzierte Klanglichkeit und hohe stilistische Kompetenz abverlangt. Erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit sich das Cherubini-Orchester nach nur kurzer Probenzeit diesen anspruchsvollen Herausforderungen stellte. Erst recht, mit welch vitaler Kraft und rhythmischer Präsenz es den Abend mit Ravels „Bolero“ beschloss.

Besonders geadelt wurde dieses Entree durch Maurizio Pollini als Solist der Mozart-Klavierkonzerte KV 449 und 466. Vor allem in den langsamen Sätzen bestach er durch eine weite Anschlagspalette und klare Konturen. In der kommenden Saison wird er beide Werke auch in Wien aufführen – mit den Wiener Philharmonikern und ebenfalls unter Muti, der ihm in Ravenna mit dem Cherubini-Orchestra einen idealen Klangteppich für seine von Strenge und aristokratischer Noblesse bestimmte, altersweise Lesart legte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.06.2019)

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