Innsbrucker Festwochen: Pyjamaparty mit Kaiser Otto

KritikHändels „Ottone“: Eine gute junge Besetzung im Hotel „Albergo Fatale“.

Der falsche Ottone Adelberto (Alberto Migu´elez Rouco) umwirbt Teofane (Mariamielle Lamagat).
Der falsche Ottone Adelberto (Alberto Migu´elez Rouco) umwirbt Teofane (Mariamielle Lamagat).
Der falsche Ottone Adelberto (Alberto Migu´elez Rouco) umwirbt Teofane (Mariamielle Lamagat). – Rupert Larl

Der Kaiser im Nachthemd – wie würdelos! 1965 waren Monarchienostalgiker noch entrüstet, als in Michael Kehlmanns TV-Verfilmung von Joseph Roths „Radetzkymarsch“ Seine Majestät – übrigens genau der Vorlage entsprechend – in knielanger Weißwäsche zum Sinnieren auf seinen Balkon trat. In der Kaiserstadt Innsbruck ist man da heute weniger zimperlich: In der Regie von Anna Magdalena Fitzi spielt sich praktisch der ganze zweite Teil von Georg Friedrich Händels Oper „Ottone“ als Pyjamaparty der hochadeligen Gesellschaft ab, wobei Ausstatterin Bettina Munzer ein Hotel zum Schauplatz erkoren hat. Da geben sich gekrönte und leidvoll ungekrönte Häupter wie in einer Jugendherberge trotz gebotener Nachtruhe geheime Stelldicheins, sind dabei aber beileibe nicht nur mit Taschenlampen bewaffnet . . .

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2019)

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