Pereira wechselt von der Scala nach Florenz

Scala-Intendant Alexander Pereira ist dafür bekannt, Privatsponsoren  zu gewinnen. Er könnte dazu beitragen, die finanzielle Lage des Florentiner Opernhauses zu konsolidieren. Sein Vorgänger geht aus Protest.

Scala-Intendant Alexander Pereira könnte nach Florenz wechseln
Scala-Intendant Alexander Pereira könnte nach Florenz wechseln
Scala-Intendant Alexander Pereira könnte nach Florenz wechseln – APA/FRANZ NEUMAYR

Scala-Intendant Alexander Pereira hat dem Angebot zugestimmt, zum neuen Leiter des Opernhauses "Maggio musicale fiorentino" in Florenz zu werden. Die Verhandlungen zwischen Pereira und dem Bürgermeister von Florenz, Dario Nardella - Präsident der Stiftung, der das Opernhaus leitet - seien erfolgreich abgeschlossen worden, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA.

Periera freue sich über seine künftigen Aufgaben, stand in italienischen Medien zu lesen. "Ich stehe vor einer neuen Herausforderung. Sie ist für mich eine Gelegenheit, dem Opernhaus von Florenz eine neue Vision für die nächsten fünf Jahre zu geben", so Pereira. Das Florentiner Theater spiele eine "zentrale Rolle im italienischen Kulturleben", so der Kulturmanager nach italienischen Medienangaben. Er liebe "das historische und künstlerische Erbe der Stadt Florenz und der Region Toskana", denen er auch aus familiären Gründen verbunden sei. Pereiras Schwester lebt seit über 30 Jahren in Florenz, wohin sie mit ihrem Ehemann, einem Diplomaten, gezogen war. "Nach Florenz zu ziehen, bedeutet für mich einen Teil meiner Familie zurückzufinden", erklärte der Österreicher.

Bisheriger Intendant geht aus Protest

Pereira, dessen Vertrag mit der Scala bis Juni 2021 läuft, könnte den Kontrakt mit dem Mailänder Theater früher auflösen, um nach Florenz zu wechseln, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica". Pereira wird dort Intendant Cristiano Chiarot ersetzen. Dieser will im September das Florentiner Opernhaus verlassen.

Chiarot protestierte damit gegen den Beschluss des sozialdemokratischen Bürgermeisters von Florenz, Dario Nardella, den Ex-Kabinettchef im Kulturministerium, Salvatore Nastasi, zum neuen Präsidenten des Opernhauses zu ernennen. Wegen dieser Ernennung war auch der Musikdirektor des "Maggio musicale fiorentino", Fabio Luisi, zurückgetreten. Nastasi gilt als Funktionär mit hochrangigen politischen Verbindungen, ist in Opernkreisen jedoch durchwegs unbeliebt.

Pereiras Ernennung zum neuen Intendanten soll bei der nächsten am 6. September geplanten Aufsichtsratssitzung der Stiftung des Florentiner Theaters bekanntgegeben werden. Das italienische Kulturministerium muss Pereiras Ernennung zustimmen.

Pereira ist gut darin, Privatsponsoren aufzustellen

Der 71-jährige Pereira, der wegen seiner Fähigkeit bekannt ist, Privatsponsoren für das Theater zu gewinnen, könnte dazu beitragen, die finanzielle Lage des Florentiner Opernhauses zu konsolidieren. Der Österreicher ist enger Freund des Stardirigenten Zubin Mehta, der bis 2017 30 Jahre lang Musikdirektor des Florentiner Theaters "Maggio musicale fiorentino" war und derzeit emeritierter Chefdirigent am toskanischen Opernhaus ist.

Der Scala-Aufsichtsrat hatte Ende Juni beschlossen, Staatsopern-Direktor Dominique Meyer ab Juli 2021 zum neuen Scala-Intendanten zu ernennen. Der im Februar 2020 auslaufende Vertrag des seit Oktober 2014 als Intendant amtierenden Pereira wurde bis Juni 2021 verlängert. Der Wechsel Pereiras nach Florenz würde seinem designierten Nachfolger Meyer im Fall der Fälle ermöglichen, früher zum Einsatz zu kommen.

(APA)

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