„Figaro“ ohne Stil, Verve, Charme und Erotik

KritikDas Konzerthaus setzt zu Saisonbeginn auf einen Mozart/Da Ponte-Zyklus mit dem polarisierenden Dirigenten Teodor Currentzis. Dessen Übertreibungskünste nützten bei „Le nozze di Figaro“ wenig.

Teodor Currentzis (Archivbild)
Teodor Currentzis (Archivbild)
Teodor Currentzis (Archivbild) – APA/BARBARA GINDL

Schön langsam wird auch er älter und milder. Hatte Teodor Currentzis in seinen Salzburger Mozart-Kisten noch an der Struktur der Stücke herumgebastelt und sie schamlos mit anderen gemixt, so ist er nun fast brav und gesittet geworden. Kein Strich in der Partitur (außer der Basilio-Arie) – im Gegenteil: Marcellina darf sogar ihre sonst stets weggelassene Arie im vierten Akt singen. Oder der optische Gag, dass der Konzertmeister bei der „Marcia“ im dritten Akt auch eine Drehleier bedienen darf – sie ist nur nicht zu hören, obwohl Currentzis auch hier erbarmungslos hineindreschen lässt.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.09.2019)

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