Frankreich: Proteste gegen Jesus auf elektrischem Stuhl

Eine Skulptur des britischen Künstlers Paul Fryer zeigt Jesus auf dem elektrischen Stuhl. Aufgestellt wurde sie in der französischen Stadt Gap. Der Bischof von Gap verteidigt das Kunstwerk.

'Pieta' von Paul Fryer
'Pieta' von Paul Fryer
(c) Courtesy private collection

Dornenkrone, lange Haare, Bart, eine Wunde in der Seite, die Arme ausgebreitet, Füße und Hände durchbohrt, ein nach unten geneigter Kopf: Eine Abbildung von Jesus, wie sie wohl in jeder Kirche zu sehen ist. Doch die Skultpur "Pieta" des britischen Künstlers Paul Fryer zeigt Jesus in dieser bekannten Pose nicht am Kreuz, sondern am elektrischen Stuhl. Seit dem Wochenende ist das Kunstwerk in der Kathedrale von Gap in den französischen Alpen zu sehen - und sorgt dort für Aufregung, berichtet Kathpress. Beim Bischof Jean-Michel di Falco sind bereits Protestschreiben gegen die Skultpur eingelangt, wird die Pariser Zeitung "Le Figaro" zitiert.

Bischof: Nicht die Skultpur ist skandalös

Di Falco ist jedoch ein Befürworter der "Pieta". Wäre Jesus in der Gegenwart verurteilt worden, hätte er mit dem elektrischen Stuhl oder anderen barbarischen Hinrichtungsmethoden rechnen müssen, so der Bischof. Skandalös sei deswegen "nicht Jesus auf dem elektrischen Stuhl, sondern die Gleichgültigkeit gegenüber seiner Kreuzigung".

Das Kunstwerk gehört zur Sammlung des französischen Unternehmers Francois Pinault, der es für die Karwoche an die Diözese Gap auslieh. Ob das Werk anschließend in einem Museum oder in einer Kirche gezeigt werde, sei noch nicht entschieden, berichtete der Fernsehsender "France3".

 

(Ag.)

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