Christos ''Floating Piers'': Kunstprojekt als Publikumsmagnet

Auf dem Iseo-See in Italien wurden drei Kilometer lange schwimmende Stege verlegt. Erwartet wurden 500.000 Besucher, doch es kamen weit mehr als eine Million.

Die "Floating Piers" des Verpackungskünstlers Christo haben alle Erwartungen an die Besucherresonanz übertroffen. 16 Tage bestand das Kunstwerk auf dem Iseo-See. Erwartet worden waren 500.000 Besucher, doch es kamen weit mehr: 1,2 Millionen wurden gezählt. 

 

(c) REUTERS (WOLFGANG RATTAY)

Pro Tag kletterten die Besucherzahlen auf bis zu 120.000, die allerletzte Möglichkeit für das Wandeln auf den orangefarbenen Pontons im Iseo-See bestand am Sonntag.

(c) REUTERS (WOLFGANG RATTAY)

Seit der Eröffnung am 18. Juni zeichnete sich der enorme Publikumserfolg ab. Nach einigen Tagen ordnete der Präfekt von Brescia eine nächtliche Schließung an, um Wartungs- und Reinigungsarbeiten vorzunehmen.

(c) REUTERS (STEFANO RELLANDINI)

Die "Floating Piers" wurden ohne Geländer konstruiert, der Besuch erfolgte ohne Schwimmwesten. Um die Sicherheit zu gewährleisten, waren 150 Wachleute und 30 Rettungsschwimmer rund um die Uhr im Einsatz.

(c) REUTERS (WOLFGANG RATTAY)

Vor allem wegen Hitze und langer Wartezeiten mussten oftmals Notärzte ausrücken, nachdem Besucher über Unwohlsein und andere Gesundheitsprobleme klagten. Schließlich wurde dann ein medizinischer Außenposten am See eingerichtet. 

(c) REUTERS (STEFANO RELLANDINI)

Die ursprüngliche Kalkulation ging von 25.000 Besuchern an Wochentagen und 40.000 am Wochenende aus, doch zuletzt sprach die Präfektur von 100.000 an Wochentagen und 120.000 am Wochenende.

(c) APA/AFP/FILIPPO MONTEFORTE (FILIPPO MONTEFORTE)

Christo freute sich über die Resonanz auf sein Projekt: "Menschen kommen von überall her, um nirgendwo hin zu gehen". Mit den "Floating Piers" kehrte der gebürtige Bulgare erstmals nach mehr als 40 Jahren nach Italien zurück.

(c) APA/AFP/FILIPPO MONTEFORTE (FILIPPO MONTEFORTE)

"Die Idee, Stege zu bauen, auf denen Menschen über das Wasser gehen können, habe ich schon seit fast 50 Jahren", sagte der Verhüllungskünstler Christo vor Kurzem in einem Interview.

Mit seiner 2009 gestorbenen Ehefrau Jeanne-Claude hatte Christo schon seit den 1970er Jahren versucht, Wege über Wasser zu bauen, zunächst in Argentinien, dann in Japan. Aber in beiden Ländern bekam das Künstlerpaar nie die nötigen Genehmigungen. "Floating Piers" ist das erste Projekt, das Christo ohne Jeanne-Claude abschließt.

(c) REUTERS (STEFANO RELLANDINI)

Die 16 Meter breiten und drei Kilometer langen Stege verbanden die 450 Meter hohe Monte Isola, die höchste Insel in einem Süßwassersee in Europa, mit dem Dorf Sulzano auf dem Festland und der kleinen Insel San Paolo.

(c) REUTERS (STEFANO RELLANDINI)

Nun wird das Kunstwerk wieder abgebaut und recycelt. Die Stege bestanden aus 200.000 zusammengeschraubten Schwimmwürfeln aus Polyethylen. Sie wurden von 90.000 Quadratmeter Stoff bedeckt.

Auf Ebay werden bereits Stücke des leuchtend gelben Stoffes versteigert, mit denen die Stege bezogen waren.

(c) REUTERS (STEFANO RELLANDINI)

Die Farbe Dahliengelb-Golden sollte am frühen Morgen je nach Einfall des Sonnenlichts fast in dunklem Rot oder tiefem Orange erscheinen. Die Ausstellungsperiode fiel auf die Jahreszeit mit den meisten Sonnenstunden. "Das Gewebe leuchtet teilweise so stark, dass man sich eine Sonnenbrille aufsetzen sollte", warnte der Künstler.

(c) REUTERS (STEFANO RELLANDINI)

Der Stoff wurde erst kurz vor der Einweihung auf die Schwimmwürfel gezogen. Nur zwei Jahre Vorlaufzeit hatten die "Floating Piers", das ist für Kunstwerke von Christo vergleichsweise wenig. Für die Verpackung des Reichstags in Berlin waren fast 25 Jahre Vorbereitung nötig.

 

(c) APA/AFP/FILIPPO MONTEFORTE (FILIPPO MONTEFORTE)

Die vom Massentourismus eher verschont gebliebenen Gemeinden um den Iseo-See profitierten enorm von dem Kunstprojekt. Die meisten Hotels in der Region waren ausgebucht. 

Im Bild: Aufbau der Stege

(c) APA/AFP/WOLFGANG VOLZ (WOLFGANG VOLZ)

Das 15 Millionen teure Projekt hat die öffentlichen Kassen nichts gekostet. Finanziert wurde die Installation wie alle anderen kurzlebigen Originalwerke Christos durch den Verkauf von Skizzen, Collagen, Filmen und Fotos. "Jeder Euro, der in Kunst investiert wird, generiert vier Euro Umsatz", versichert der in New York lebende Künstler.

Im Bild: Aufbau der Stege

(c) APA/AFP/FILIPPO MONTEFORTE (FILIPPO MONTEFORTE)
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Die "Floating Piers" des Verpackungskünstlers Christo haben alle Erwartungen an die Besucherresonanz übertroffen. 16 Tage bestand das Kunstwerk auf dem Iseo-See. Erwartet worden waren 500.000 Besucher, doch es kamen weit mehr: 1,2 Millionen wurden gezählt. 

 

(c) REUTERS (WOLFGANG RATTAY)

Pro Tag kletterten die Besucherzahlen auf bis zu 120.000, die allerletzte Möglichkeit für das Wandeln auf den orangefarbenen Pontons im Iseo-See bestand am Sonntag.

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Seit der Eröffnung am 18. Juni zeichnete sich der enorme Publikumserfolg ab. Nach einigen Tagen ordnete der Präfekt von Brescia eine nächtliche Schließung an, um Wartungs- und Reinigungsarbeiten vorzunehmen.

(c) REUTERS (STEFANO RELLANDINI)

Die "Floating Piers" wurden ohne Geländer konstruiert, der Besuch erfolgte ohne Schwimmwesten. Um die Sicherheit zu gewährleisten, waren 150 Wachleute und 30 Rettungsschwimmer rund um die Uhr im Einsatz.

(c) REUTERS (WOLFGANG RATTAY)

Vor allem wegen Hitze und langer Wartezeiten mussten oftmals Notärzte ausrücken, nachdem Besucher über Unwohlsein und andere Gesundheitsprobleme klagten. Schließlich wurde dann ein medizinischer Außenposten am See eingerichtet. 

(c) REUTERS (STEFANO RELLANDINI)

Die ursprüngliche Kalkulation ging von 25.000 Besuchern an Wochentagen und 40.000 am Wochenende aus, doch zuletzt sprach die Präfektur von 100.000 an Wochentagen und 120.000 am Wochenende.

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Christo freute sich über die Resonanz auf sein Projekt: "Menschen kommen von überall her, um nirgendwo hin zu gehen". Mit den "Floating Piers" kehrte der gebürtige Bulgare erstmals nach mehr als 40 Jahren nach Italien zurück.

(c) APA/AFP/FILIPPO MONTEFORTE (FILIPPO MONTEFORTE)

"Die Idee, Stege zu bauen, auf denen Menschen über das Wasser gehen können, habe ich schon seit fast 50 Jahren", sagte der Verhüllungskünstler Christo vor Kurzem in einem Interview.

Mit seiner 2009 gestorbenen Ehefrau Jeanne-Claude hatte Christo schon seit den 1970er Jahren versucht, Wege über Wasser zu bauen, zunächst in Argentinien, dann in Japan. Aber in beiden Ländern bekam das Künstlerpaar nie die nötigen Genehmigungen. "Floating Piers" ist das erste Projekt, das Christo ohne Jeanne-Claude abschließt.

(c) REUTERS (STEFANO RELLANDINI)

Die 16 Meter breiten und drei Kilometer langen Stege verbanden die 450 Meter hohe Monte Isola, die höchste Insel in einem Süßwassersee in Europa, mit dem Dorf Sulzano auf dem Festland und der kleinen Insel San Paolo.

(c) REUTERS (STEFANO RELLANDINI)

Nun wird das Kunstwerk wieder abgebaut und recycelt. Die Stege bestanden aus 200.000 zusammengeschraubten Schwimmwürfeln aus Polyethylen. Sie wurden von 90.000 Quadratmeter Stoff bedeckt.

Auf Ebay werden bereits Stücke des leuchtend gelben Stoffes versteigert, mit denen die Stege bezogen waren.

(c) REUTERS (STEFANO RELLANDINI)

Die Farbe Dahliengelb-Golden sollte am frühen Morgen je nach Einfall des Sonnenlichts fast in dunklem Rot oder tiefem Orange erscheinen. Die Ausstellungsperiode fiel auf die Jahreszeit mit den meisten Sonnenstunden. "Das Gewebe leuchtet teilweise so stark, dass man sich eine Sonnenbrille aufsetzen sollte", warnte der Künstler.

(c) REUTERS (STEFANO RELLANDINI)

Der Stoff wurde erst kurz vor der Einweihung auf die Schwimmwürfel gezogen. Nur zwei Jahre Vorlaufzeit hatten die "Floating Piers", das ist für Kunstwerke von Christo vergleichsweise wenig. Für die Verpackung des Reichstags in Berlin waren fast 25 Jahre Vorbereitung nötig.

 

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Die vom Massentourismus eher verschont gebliebenen Gemeinden um den Iseo-See profitierten enorm von dem Kunstprojekt. Die meisten Hotels in der Region waren ausgebucht. 

Im Bild: Aufbau der Stege

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Das 15 Millionen teure Projekt hat die öffentlichen Kassen nichts gekostet. Finanziert wurde die Installation wie alle anderen kurzlebigen Originalwerke Christos durch den Verkauf von Skizzen, Collagen, Filmen und Fotos. "Jeder Euro, der in Kunst investiert wird, generiert vier Euro Umsatz", versichert der in New York lebende Künstler.

Im Bild: Aufbau der Stege

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