110,5 Millionen Dollar für bunten Totenkopf

Der New Yorker Künstler Jean-Michel Basquiat kommt rund 29 Jahre nach seinem Tod zu späten Ehren. Es ist der höchste Preis für das Werk eines US-Künstlers.

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Dieses Bild ist 110,5 Millionen Dollar wert. – (c) AFP (Don Emmert)

Ein Milliardär aus Japan zahlt eine Rekordsumme für moderne Kunst: Für 110,5 Mio. Dollar (99,4 Mio. Euro) erhielt er bei einer Auktion am Donnerstag (Ortszeit) in New York den Zuschlag für ein Bild des verstorbenen Künstlers Jean-Michel Basquiat. Laut Auktionshaus Sotheby's ist dies der höchste Preis, der jemals bei einer Versteigerung für das Werk eines Künstlers aus den USA gezahlt wurde.

Auch sei der Preis der höchste überhaupt für ein nach 1980 entstandenes Werk. Bei dem Käufer des Bilds "Untitled", das ein totenkopfartiges Gesicht auf einer großen Leinwand zeigt, handelt es sich um den 41-jährigen Japaner Yusaku Maezawa. Im Online-Netzwerk Instagram präsentierte er sich auf einem Foto mit der Neuerwerbung. "Als ich diesem Bild zum ersten Mal begegnet bin, war ich so angeregt und so dankbar", schrieb er dazu.

Ein hartes Bieter-Duell

Maezawa hatte bereits im vergangenen Jahr einen Basquiat für 57,3 Mio. Dollar ersteigert und damit einen neuen Rekord für diesen Künstler aufgestellt. Das neue Rekordbild "Untitled" war zunächst auf 60 Mio. Dollar veranschlagt worden, Maezawa lieferte sich dann aber einen Bieterwettbewerb mit einem anderen Interessenten, wodurch der Preis immer weiter stieg. Die Besucher im Auktionssaal nahmen den Zuschlag mit Jubel und Applaus auf. Der Verkäufer hatte das Bild 1984 zum Preis von 19.000 Dollar erworben.

Basquiat war 1960 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren worden, er war haitianisch-puerto-ricanischer Abstammung. Er starb 1988 mit nur 27 Jahren an einer Überdosis Drogen. Seine Werke erzielten in den vergangenen Jahren immer höhere Erlöse.

"Im Pantheon der ganz großen Künstler"

"Es ist definitiv außergewöhnlich, mit einem derart jungen Werk die 100-Millionen-Dollar-Grenze zu brechen", sagte der Abteilungsleiter für zeitgenössische Kunst bei Sotheby's, Gregoire Billaut. "Ich habe noch nie so viele Emotionen in einem Gemälde gesehen. Er zeigt etwas, das davor nie gesehen wurde." Der Chef von Sotheby's Europa, Oliver Barker, sagte über Basquiat: "Er steigt nun auf ins Pantheon der ganz großen Künstler."

Mit der Versteigerung von Werken moderner Künstler erzielte Sotheby's in New York allein am Donnerstag 319 Millionen Dollar. Am Vortag hatte das Auktionshaus Christie's in der Stadt mit einer ähnlichen Versteigerung 448 Millionen Dollar erzielt.

(APA/dpa)

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