Großmeister der Skulpturen: Alfred Hrdlicka ist tot

Alfred Hrdlicka, einer der wichtigsten zeitgenössischen Bildhauer Österreichs, ist am Samstag in Wien gestorben. Der österreichische "Großmeister der Skulpturen" wurde 81 Jahre alt.

Alfred Hrdlicka starb im Alter von 81 Jahren in Wien.
Alfred Hrdlicka starb im Alter von 81 Jahren in Wien.
(c) AP (Lilli Strauss)

Wien. Am 27. Februar 2008 feierte Alfred Hrdlicka seinen 80. Geburtstag unter anderem mit Bundespräsident Heinz Fischer, Dagmar Koller und Helmut Zilk sowie dem deutschen Links-Politiker Oscar Lafontaine als prominente Gratulanten. Gestern, Samstag, starb er im 82. Lebensjahr in Wien.

Der Künstler, gebürtig aus dem Wiener Arbeiterbezirk Floridsdorf, machte in den Kriegsjahren zunächst eine Lehre als Zahntechniker und studierte von 1946 bis 1952 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste. 1960 hatte Hrdlicka seine erste Ausstellung, die Biennale in Venedig im Jahr 1964 machte ihn dann auch international bekannt. Von 1971 bis 1989 lehrte Hrdlicka an Kunsthochschulen in Deutschland (in den Städten Stuttgart, Hamburg, Berlin). Danach kehrte er wieder in seine Heimatstadt zurück. Es folgte eine Berufung an die Universität für angewandte Kunst in Wien.



Mit seiner politischen Einstellung hielt Hrdlicka nie hinter dem Berg. In seiner Jugend bezeichnete er sich als Stalinist, er war auch Mitglied der Kommunistischen Partei. 1956 veranlasste ihn der Einmarsch sowjetischer Truppen in Ungarn zum Austritt aus der Partei. Ein Linker blieb er aber zeit seines Lebens. Zudem bezeichnete er sich auch als „überzeugter Atheist“.

Sein „Mahnmal gegen Krieg und Faschismus“ auf dem Wiener Albertinaplatz wurde bei seiner Entstehung heftig angefeindet und kritisiert – unter anderem von Simon Wiesenthal. Das Werk polarisierte nicht zuletzt deswegen, weil Hrdlicka einen straßenwaschenden Juden zeigt. Der Künstler selbst erklärte, dabei handle es sich um sein „wichtigstes Werk“.

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