#MeToo und Zensur: Kann denn ein Bild Menschen vergiften?

Wer „sexistische“ Bilder und Bücher ächtet, ähnelt einstigen Sittenwächtern. Die Zensoren „unmoralischer“ Kunst haben etwas mit den Ästheten gemein: Beide glauben an eine maßlose, magische Wirkung der Kunst.

Michelangelo Merisi da Caravaggio (im Bild seine „Maria Magdalena in Ekstase“) malte Religiöses, lebte aber gar nicht moralisch – und engagierte auch Prostituierte als Modelle, sogar für Madonnen.
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Michelangelo Merisi da Caravaggio (im Bild seine „Maria Magdalena in Ekstase“) malte Religiöses, lebte aber gar nicht moralisch – und engagierte auch Prostituierte als Modelle, sogar für Madonnen.
Michelangelo Merisi da Caravaggio (im Bild seine „Maria Magdalena in Ekstase“) malte Religiöses, lebte aber gar nicht moralisch – und engagierte auch Prostituierte als Modelle, sogar für Madonnen. – (c) Detroit Institute of Arts

Tschaikowskys Leben taugt nicht als Gutenachtlektüre für Kinder. Zumindest nicht in den Augen der US-amerikanischen Mutter, die in einem Internetforum um Rat bat: „Wir begannen heute über Tschaikowsky ein Buch zu lesen, das ich aus der Bücherei ausgeborgt habe, und es erzählte von allem, was er getan hat, vom Trinken und Rauchen bis zum Umstand, dass er homosexuell war!!!“ Sie frage sich, ob sie ihren Kindern überhaupt Biografien berühmter Künstler und Komponisten vorlesen solle . . .

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.02.2018)

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