Ungewöhnliche Präsidentschafts-Porträts für die Obamas

Barack und Michelle Obama enthüllten ihre offiziellen Präsidentschafts-Porträts in Washington, D. C. - beide hatten sich für afroamerikanische Künstler entschieden.

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Barack und Michelle Obama bei der Präsentation ihrer offiziellen Porträts in der Smithsonian National Portrait Gallery in Washington, D. C. – (c) APA/AFP/SAUL LOEB (SAUL LOEB)

Die offiziellen Präsidentschafts-Porträts der Obamas sind enthüllt: Barack und Michelle Obama erfüllten den Dienst am Montagnachmittag selber in Washington, D. C., in der Smithsonian National Portrait Gallery, wo die Bilder in die Sammlung der Präsidentenporträts übergehen werden.

Für das traditionelle Porträt, das nach der Amtszeit eines Präsidenten offiziell in den Kunst- und Kulturschatz der Vereinigten Staaten von Amerika übergeht, wählten der frühere US-Präsident Barack Obama und seine Ehefrau Michelle zwei Künstler mit un-klassischem Stil: Kehinde Wiley malte den 44. Präsidenten auf einem Holzstuhl vor einem dichten Hintergrund grüner Blätter und Blüten. Amy Sherald porträtierte die frühere First Lady selbstbewussten, nachdenklichen Blickes vor enteneiblauer Farbe.

Wagemutige Wahl

Beide Künstler sind Afroamerikaner, beide wählten für ihre Darstellung des früheren First Couple den traditionellen Stil der Repräsentation, wenngleich sie in ihre Porträts die Besonderheit der Obamas - alleine den Umstand, erstmals ein afroamerikanisches Präsidentenpaar porträtieren zu können - einbauten und auch den eigenen Stil nicht der Tradition opferten. Wiley, ein sehr bekannter US-amerikanischer Künstler, ist ein Kenner der Kunstgeschichte, Liebhaber pompöser historischer Inszenierungen, gleichzeitig auch ein Spieler mit der Popkultur: Er porträtierte auch schon Micheal Jackson, The Notorious B.I.G. oder LL Cool J. Sherald ist ein Rising Star der Kunstszene; ihre Porträts setzen sich häufig mit gesellschaftlichen Reflexionen und Erwartungen auseinander. Sie malt ausschließlich Afroamerikaner und beschäftigt sich mit der Geschichte der US-amerikanischen Südstaaten.

Das amerikanische Feuilleton freut sich jedenfalls über die - nicht zu leugnen - wagemutige Wahl der Obamas, und noch viel mehr über die Ergebnisse: "Die Porträts der Obamas sind nicht, was Sie erwarten würden, und deswegen sind sie großartig", schreibt da der Kunstkritiker der "Washington Post", Philip Kennicott, etwas clickbaitmäßig.

(Red.)

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