Bieterin will den teils geschredderten Banksy haben

Banksy habe kein Kunstwerk zerstört, sondern eines erschaffen, argumentiert Sotheby's. Die Bieterin sieht es ebenso, sie bleibt beim Preis von 1,04 Millionen Pfund.

Das halb geschredderte Bild.
Das halb geschredderte Bild.
Das halb geschredderte Bild. – (c) Sotheby's UK

Dieses Bild von Street-Art-Promi Banksy wurde durch seine (halbe) Zerstörung berühmt: Kein Wunder, dass die Käuferin von "Girl with Balloon" das Bild nach wie vor haben will, obwohl es kurz nach der Auktion durch einen im Rahmen eingebauten Schredder teilweise zerstört wurde. "Wir freuen uns, den Kauf zu bestätigen", sagte Alex Branczik vom Auktionshaus Sotheby's. Die anonyme Sammlerin aus Europa halte auch am Preis von 1,04 Millionen Pfund (1,19 Mio. Euro) fest.

Bei der Auktion des Werks am vergangenen Freitag hatte sich gleich nach dem Verkauf ein im Rahmen versteckter Schredder eingeschaltet und zu schnipseln begonnen. Banksy bekannte sich einen Tag später zu dem Streich. Falls vor allem Hohn gegen den "Markt" die Aktion trieb, ist sie nicht ganz gelungen: "Banksy zerstörte kein Kunstwerk bei der Auktion, er schaffte eines", ließ Sotheby's verlauten. Das neue Werk mit dem Namen "Love is in the Bin" sei das erste, welches während einer Auktion geschaffen worden sei. Es soll der Öffentlichkeit Mitte Oktober präsentiert werden.

"Mein eigenes Stück Kunstgeschichte"

Die Käuferin wurde mit dem Satz zitiert: "Als das Werk geschreddert wurde, war ich zunächst geschockt, doch allmählich fing ich an zu realisieren, dass ich an mein eigenes Stück Kunstgeschichte gelangt war."

Banksy ist der prominenteste Graffiti-Künstler der Welt, seine Werke sieht man in vielen Ländern an Wänden und Mauern. Häufig haben die Bilder deutliche politische Botschaften - aber nicht immer: Bei "Girl with Balloon" streckt ein kleines Mädchen seinen Arm nach einem davonfliegenden roten Ballon in Herzform aus. Das Bild gehört zu den bekanntesten Motiven des vermutlich aus Bristol stammenden Künstlers - ursprünglich zierte es eine Mauer von East-London.

 

Street Art: Banksy: Bilder des berühmten politischen Phantoms

Das Auktionshaus bezeichnete den Vorfall als "unerwartet". Doch es gibt Zweifel an dieser Darstellung. Kann das wirklich alles ohne das Zutun der Sotheby's-Mitarbeiter geschehen sein? War es reiner Zufall, dass das Bild als letztes Los verkauft wurde und einen sehr ähnlichen Preis erzielte wie der bisherige Rekord eines Banksy-Werks im Jahr 2008? Das Fachblatt "The Art Newspaper" hält es nicht für ausgeschlossen, dass Sotheby's-Mitarbeiter ihre Finger im Spiel hatten.

 

 

(Ag/red.)

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