Engagierte Kunst auf Goldgrund

Auf der Suche nach Harmonie auf der Artmonte-Carlo in der Großbaustelle.

Die Zweigstelle der Genfer Messe im Grimaldi Forum darf gewiss nicht als großer Player gelten, aber als feiner Treffpunkt für Connaisseurs inmitten der infernalisch tobenden Dauerbaustelle an der monegassischen Küste.

Aussteller – vornehmlich aus Frankreich (Perrotin, Kamel Mennour) und Italien (Franco Noreo) – bieten ein breites Spektrum aus Moderne und Zeitgenössischem. Aus London kamen White Cube und Blaine Southern. Als österreichischen Beitrag zeigt Christine König im Rahmen der – abgesehen von Man Ray (bei Eva Meyer) – vor allem jungen Künstlern gewidmeten „Solo Shows“ Arbeiten von Radenko Milak.

Wie in Genf findet sich flankierend „Art and Design“, wobei die Grenzen fließend sind: Elisabetta Cipriani zeigt Schmuck, entworfen von Künstlern, unter anderem einen Goldring mit humanistischen Botschaften von Ai Weiwei (60.000 €). Durchaus auch siebenstellige Euro-Beträge kosten im Hauptteil der Messe Jawlensky oder Munch (ein ungewöhnlich positiv getöntes Sujet!) bei der Genfer Galerie Artvera's.

Gleich bei zwei Anbietern, Tornabuoni und Mazzoleni, ließen sich Lucio Fontanas unverwechselbare Schlitze mit früheren Werken des Künstlers vergleichen, vor allem mit einer expressiven „Kreuzigung“ aus Terracotta.

Wie selbstverständlich reihen sich am Stand von Gabrielle Maubrie (Paris) die realistischen Gemälde Jurg Kreihenbühls ins Bild – „ich hätte die vor 15 Jahren noch nicht zeigen können“, sagt die Galeristin, „man wäre achtlos daran vorbei gegangen.“

Ins selbe Horn stießen Auktionator Simon de Pury und Agnes Husslein in einer der VIP-Veranstaltungen, die die Messe begleiten und für die sich monegassische Künstlerateliers öffnen, unter anderem Castel Caramel, wo viele Jahre lang Ernst Fuchs arbeitete: Auch die Zeit des „Fantastischen Realismus“ werde wiederkommen. Für vieles braucht es einen langen Atem.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.04.2019)

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